Wellenbullshit & die Teufelsrouter

Jul 14 2017

Da surfe ich, natürlich per LTE+, auf meinem Handy durch das böse Internet und stosse dabei auf eine regelrechte Perle des Aluhut-Internets. Eine Webseite, gefüllt mit Beiträgen von Strahlungsgeplagten Menschen. Warum ich LTE+ erwähne? Na weil doch Mobilfunk, vorallem die grossen Datenmengen (!!!) immer mehr Hochfrequente Krebsstrahlen versenden! </sarcasm> (OH NEIN, Anglizismus!)

Hachja. Es hat mich mal wieder soweit getriggert, dass ich meinen Blog ausgrabe. Heute solls um all das Halbwissen gehen, welches täglich auf irgendwelchen verschwörerischen Webseiten „aufgewachter Bürger“ gehen. Bürger, die sich gegen die Mobilfunkindustrie, die Technikindustrie und gegen die korrupten Bundesämter stellen.

Vorab gesagt: Mir ist selbst bewusst, dass all unsere Funktechnologien nicht abschliessend erforscht sind. Aber das, was gewisse Menschen daraus machen, ist einfach nur paranoid. Ein Beispiel:

UPC, ein Internet/TV/Telefonanbieter der Schweiz hat vor einigen Jahren das „WiFree“-System auf all ihren Routern aktiviert. Daraus entstand ein sehr grosses WLAN-Netz, welches allen Kunden der UPC zur Verfügung stand. Aktiv ist dieses Netz dann, wenn der WLAN-Chip sowieso aktiv ist und im Kundencenter das WiFree nicht deaktiviert wurde. Dass da natürlich die besorgten Strahlengeplagten direkt rot sehen, war absehbar. „Ein 2. WLAN in meiner Umgebung? Das bedeutet ja gleich die doppelte Strahlenbelastung!! Wollen die uns absichtlich in den Wahnsinn treiben?“ – BULL. SHIT.

Nur weil ein aktiver WLAN-Chip nun 2 anstelle von nur einer SSID ausstrahlt, heisst das nicht, dass nun die doppelte Sendeleistung vorliegt. Aber hey! Communitypoints gesammelt, weil man ja was ganz böses aufgedeckt hat. Als „Experte“, wohlgemerkt.

In einem Flyer, in welchem man seine Nachbarn informieren kann, steht (Zitat):

„Fachleute installieren WLAN ohne zu fragen, dies auch dort, wo man gut verkabeln könnte. So zieht mit der Glasfaser paradoxerweise meistens WLAN mit ein.“

Ahja, Paradoxerweise. Mhm. Ich möchte ja gern mal sehen, wie man in die Kabelverrohrungen WLAN einzieht. Jeder, der keinen Bock auf WLAN hat, schaltet es im Router halt einfach ab. Geht bei Swisscom, UPC, Sunrise, etc. ABER NEIN! Natürlich ist das Abschalten via Webinterface zu unsicher. Böse Zungen behaupten (und nein, das hab ich mir jetzt nicht ausgedacht), dass die Regierung oder Hacker dies ja wieder aktivieren, um gezielt Strahlenkriegsführung zu betreiben. – BULL. SHIT.

Also gut, da steckt man das Modem doch einfach aus, nicht? Hoppla.. AllIP & Fiber. Da Swisscom 2017 das analoge Telefonnetz abstellt, müssen die Nutzer auf AllIP umstellen. Ein meiner Meinung nach guter Schritt in die Zukunft. Nur geht dann halt das Telefon nicht mehr, wenn der Router aus ist. Kontrolle durch das Establishment? :o

Zitat aus einer Zeitung, unter einem Artikel über die AllIP-Umstellung:

Dieses VoIP kommt mir nicht ins Haus!! Ich künde bei Swisscom und wechsle zu UPC! Das lasse ich mir nicht bieten!!

Wenn der Herr nur wüsste, dass auf dem DOCSIS-UPC-Netz seit Beginn alles VoIP war. Ach..

Nicht zu vergessen: Es lauern auch Gefahren:
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Als ob die NSA oder KPG (KGB?) sich dafür interessieren würde, welche Technologie auf der letzten Meile eingesetzt wird. Zudem ist eine Telefonüberwachung sogar in unserem Gesetz vorgesehen. In der Leitstelle.

Es geht mir echt tierisch auf die Eier, dass es so viele Leute gibt, die mit ihrem Halbwissens das Internet mit Bullshit zutexten, der dann auch noch geglaubt wird. Mir tut jeder Servicemitarbeiter bei einem Provider leid, der mit solch mühsamen Anfragen zu tun hat.

Es braucht genau eine Minute, sich auf einer verlässlichen Quelle zu informieren, um zu verstehen, dass die eigene Aussage kompletter Unsinn ist. Aber hey, der Post im Aluhut-Forum ist sicherlich aussagekräftiger! Der kommt ja nicht von der Telco-Mafia!

Richtig nice fand ich ja auch, als dann ein sehr Strahlengequälter sein Handy benutzte, um festzustellen, wo’s im Dorf am wenigsten Empfang gab, um dann dort im Auto zu übernachten. Doof nur, dass das Handy genau dort am meisten senden muss, um zur Basisstation zu gelangen. Naja.

Auch sehr gut diskutiert werden zB. RFID-Chips, welche von Regierungen evtl. neu unter die Haut gepflanzt werden können – brauchts keinen Pass mehr. Diese Strahlen ja dann auch wieder! (Nur blöd sind solche Chips passiv.)

Verschwörungstheorien funktionieren aber auch wirklich so einfach. Irgendwo wird der Teufel gesucht und kaum ist jemand auch dieser Ansicht, entsteht eine Bewegung. Es klingt ja auch viel spannender, wenn man selbst ein Erleuchteter ist, als dass man einfach dem Technik-Establishment nachläuft, nicht? „Aufwachen“ ist angesagt..

Abschliessend noch mein Lieblingsausschnitt aus einem Beitrag:

F: „warum gibt es bereits eigentlich keine Massenproteste mit mehr als 10.000 Menschen?“
A: „Ein Hauptproblem dürfte sein: Der Platz für so eine Demo müsste weitgehendst Strahlungsfrei sein.“
😂

– Jan, 14. Juli 2017

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Zwangsmilitär, Sexismus und meine tollen 3%

Mai 12 2017

Wohoo – der olle Simulant nicht-Rekr. Meier beginnt zu meckern, weil er das erste mal seine Dienstpflichtsersatzabgabe zahlen muss. Ja – berechtigt. 

Der wunderschöne Brief der Schweizerischen Eidgenossenschaft lag vor einigen Wochen in meinem Briefkasten. Sollte eigentlich mal lesen, bis wann ich das bezahlt haben muss. Eine Nachzahlung gibts sowieso, weil meine Steuerabrechnung noch nicht berücksichtigt wurde und ich mit meinem Lohn definitiv mehr als nur 400.- zahlen muss.

Darf ich mich darüber überhaupt aufregen? Ich hatte schliesslich inoffiziell die Wahl, ins Militär zu gehen oder Untauglich/doppelt Untauglich zu sein. (Was heute echt nicht mehr schwer ist.) Meine Antwort ist eindeutig Ja. Ich habe bei der Abstimmung für die Abschaffung der Wehrpflicht gestummen und finde das Konstrukt einer Armee, welche ganz klar nicht nur verteidigend Ausgebildet wird, komplett daneben für ein „neutrales“ Land.

Meiner Ansicht nach wäre es für die Schweiz am sinnvollsten, eine Armee zu besitzen, welche sich auf den Bevölkerungsschutz & Katastrophenhilfe spezialisiert. Panzer, Granatenwerfer und all dieser Bullshit kann man direkt in die Tonne treten. (Oder an Kriegstreiberstaaten verkaufen – gell Ruag?)

*Nachtrag: Ja, ich weis selber, dass wir uns in einem Kriegsfall nicht mehr neutral verhalten könnten, da wir auf EU-Hilfe angewiesen wären. Unmotivierte Rekruten dafür einzusetzen bringt dennoch nichts – rein eine Armee aus Freiwilligen wäre da eher „sinnvoll“.

Aber was ja zu erwarten war, die Dienstpflicht wurde nicht abgeschafft – zu gross war der Wiederstand all deren, die noch was auf den „Prestigewert“ unserer Armee setzen. Hitlergruss & Aufforderung zur Häuslichen Gewalt sind doch sicher super fürs Image der „besten Armee der Welt“.

Ja, auch das Militär und die Ausbildung da hat seine guten Seiten. Jedoch stimmt für mich die Gewichtung und die allgemeine Organisationsstruktur überhaupt nicht.

Soweit – so gut. Ich zahle jetzt halt die 3% des Lohnes. Was mir aber neuerdings auf den Geist geht – und da muss ich jetzt einen etwas schroffen Themenumbieger machen – ist dieses Rosinenpicken der Frauenrechtler.

Vorab gesagt: Ich bin der felsenfesten Überzeugung, dass jeder Mensch – egal ob Mann oder Frau – die genau gleichen Rechte und Pflichten haben muss. Gleicher Lohn bei gleicher Arbeit, gleiche Rechtsstellung im Gesetz, etc. Geschlechterneutrale Gesetzgebung.

Was ich aber nicht verstehe ist, dass ich Dienstersatz zahlen muss und durch den ganzen Rekrutierungsprozess musste, während er für Frauen freiwillig ist. Meiner Ansicht nach muss jeder, der Gleichberechtigung will, auch die gleichen Pflichten erfüllen. Die Aussage, dass Frauen ja weniger verdienen und daher nicht müssen ist Bullshit. Nicht, weils nicht stimmen kann. Es geht darum, dass dies eine „Mami! Ja aber er macht das auch!!“-Aussage ist. Dass die Wehrpflicht für Frauen nicht gilt kommt rein nur davon, dass früher die Aussage galt, dass „Frauen an den Herd gehören und keine harte Arbeit machen können“. Die heutige Auslegung ist rein nur eine beschönigte Version davon – die zum Vorteil ausfällt.

Dass ich diese 3% Zahlen muss, nur weil ich einen Penis habe, ist für mich auch eine Art von Sexismus. (und alle, die jetzt mit „Du bist priviligiert, gegen dich kann es keinen Sexismus/Rassismus geben“ kommen – bitte geht weg.) Dieses ach-so-typische zentraleuropäische (ich möchte da jetzt keine spezifischen Länder nennen) selbstschlechtreden geht mir sowieso tierisch auf den Geist. Ja, wir sind priviligiert und haben ein Scheissglück, hier geboren zu sein. Das macht uns aber nicht schlecht und sollte und schon gar nicht irgendwelche Rechte nehmen – zum Beispiel, sich auch wehren zu dürfen, wenn man diskriminiert wird. (Ja, auch das gibts, auch wenns nie so schlimm ist/war, was unsere Vorfahren anderen Völkern angetan haben)

Meinungen sind wie immer gerne gesehen. :)

– Jan, 12. Mai 2017

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Gründe, warum ich nicht gegen Filmpiraterie bin

Apr 27 2017

Durch ein neues EuGH-Urteil ist das Filmstreamen von Kinox.to & co in der EU nun Illegal. In der Schweiz gilt glücklicherweise dieses Urteil nicht, da wir nicht Teil der EU sind. *merci Blocher <3😜* 

Das Filme-Streamen, ein immer wieder sehr brisantes Thema, wenn man all die Diskussionen anschaut, die jedesmal unter jedem Artikel entflammen, bei welchem es ums Streaming geht. Viele argumentieren damit, dass Streaming Diebstahl ist und die Künstler doch auch von etwas leben müssten. Zudem gäbe es ja schon seit längerem Netflix, Amazon Prime Video und all die diversen Pay-Streamer.

Doch genau da sehe ich das Problem. Ich selbst besitze ein Netflix-Abo, schaue ab und zu meine Serien dort und bin ein ziemlicher Fan von Eigenproduktionen wie „BoJack Horseman“ & co. Aber das Filmestreaming aus „alternativen Quellen“ ersetzt Netflix mir überhaupt nicht. Das Angebot, welches bei Netflix verfügbar ist, ist einerseits sehr klein (was meine Serieninteressen betrifft), meistens ziemlich „veraltet“ und auch des öfteren nicht in der Sprache verfügbar, die ich sehen will.

Klar, ich könnte jetzt mit einem VPN – insofern man eines findet, welches nicht geblockt ist – das US-Angebot nutzen, was aber auch nur bedingt besser ist. Aber das ist nicht das Ziel. Webseiten wie Kinox.to oder auch Downloadportale wie boerse.to & uploaded.net sind einfach sehr leicht zu bedienen, liefern zuverlässig und schnell. Warum soll ich Handstände machen, nur, um eine Serie anschauen zu wollen? (Zumal VPNs lt. AGB eh verboten sind.)

Zudem: Wenn ich einen Film im Kino sehen will, geh ich ins Kino. Auch wenn er zum Download steht oder ich ihn Streamen kann. Wenn ich einen Film streame, dann einfach, weil er entweder nicht mehr im Kino läuft oder ich auch einfach gemütlich zuhause oder im Zug was schauen will. Zumal ich denke, dass die Einnahmen auch durch Kinos und TV-Rechte getragen werden können. DVD/BluRay-Kaufen ist halt einfach wirklich nicht mehr state of the art – obs die Industrie nun wahrhaben will, oder nicht.

Ich wäre sehr gerne bereit, 15, 20, 25 CHF pro Monat für ein Filmeabo zu bezahlen, welches mir auch eine anständige Palette an Filmen bietet – so wie zB. Spotify bei der Musik. Aber dann bitte ohne Geoblocking, veraltete Auswahl und verschiedener Abos. Alles aus einer Hand – einfach, schnell und überall erreichbar. Technisch schwierig wärs jedenfalls nicht. Aber dann kann man ja nicht fett Geld für die Exklusivrechte verlangen.. wahrscheinlich wärs der Filmindustrie am liebsten, gar nichts mit den Medien zu tun zu haben, welche in irgendeiner Weise via IP übertragen werden. Dass sie damit direkt die Piraterie fördern, fällt aber wohl nicht auf.

– Jan, 27. April 2017

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Südkorea (Teil 2) & Amsterdam

Aug 23 2016

So, nun sitze ich im Zug von Stockholm nach Kopenhagen und habe endlich Zeit, mich mal wieder dem Schreiben zu widmen. Auch wenn die Sicht draussen einem immer wieder in den Bann zieht, Schweden ist wunderschön! Aber dazu dann im nächsten Artikel mehr. :P

Südkorea!
Da ich auch ab und zu mit Zügen unterwegs bin, wollte ich mich erkunden, ob es auch in Korea ein gut verbreitetes Verkehrsmittel ist. Der schnellste Zug in Korea ist der KTX-Train. Korea hat ein ähnliches Preissystem wie in Deutschland, es gibt verschiedene Geschwindigkeits-Zugkategorien, welche unterschiedlich viel kosten. So kann man von Seoul nach Daegu in einer, in zwei oder in fünf Stunden reisen. Seoul besitzt nebst dem weltgrössten U-Bahnnetz auch einen relativ grossen Bahnhof, die Seoul Station.

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Natürlich, wie auf jeder Reise, wollte ich auch meine Postkarten verschicken.. jedoch war einerseits die Suche nach Postkarten in Korea eher schwer, da man dies dort wirklich nicht gross kennt.. andererseits konnte die Verkäuferin der Postkarten mir dann keine Stamps geben. Also auf zur Hauptpost Seouls, ein riesiges Gebäude inmitten des Stadtkerns!

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Die anschliessenden Tage habe ich primär mit Shopping verbracht, eine Sache, die sich bei uns genauso abspielt. Nur sehen bei uns die Preise anders aus, denn wenn in Euro/CHF-Ländern plötzlich 83’000 auf dem Preisdisplay steht, sollte man eher zweimal schauen, ob das Stimmt..

Wie schon im vorhergehenden Artikel erwähnt, hat Seoul den Seoul Tower. Nur schon vom Sockel aus zeigt sich ein wirklich sehr schönes Bild über die Stadt, aber wenn man den Aufzug zur Spitze des Towers nimmt, bekommt man eine wirklich spektakuläre Aussicht über ein sehr weites Gebiet auch über die Stadt hinaus. Beispielsweise zur 30km entfernten Grenze zu Nordkorea. Eigentlich eindrücklich, dass diese so nahe liegt.. Viel merken davon tut man nämlich nicht.

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und mit dieser Aussicht ging meine Korea-Reise dann auch schon dem Ende zu.. Ganz zum Schluss, bevor ich wieder zum Incheon International Airport fuhr, besuchten wir noch ein Cat Cafe. Das ist ein im Grunde genommen normales Cafe, welches aber von vielen Katzen mitbevölkert wird. Ein echt einmaliges Erlebnis, zumal es Katzen aus aller Welt dort gab.

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Am Flughafen tat sich dann noch ein Problem auf.. Durch meine gebuchte Hinflugroute Berlin (TXL) -> Amsterdam (AMS) -> Seoul (ICN) muss die Rückflugroute auch so abgeflogen werden. Da ich aber schon in Amsterdam rauswollte, hätte ich laut KLM 275€ Gebühren bezahlen müssen. (um wohlgemerkt weniger Leistung zu beziehen!)

Klar, man kann jetzt sagen dass ich so günstigere Preise erschleichen will. Dies war aber in meinem Fall nicht so. Bei einer Nachfrage bei KLM dann die nette Meldung: „Da du deine Reise in Deutschland begonnen hast, muss sie auch in Deutschland enden, Jan.“

Wenn man mich ein wenig kennt, weis man, dass ich relativ viele Leute kenne. Kurze Zeit später war die Forderung von 275€ verschwunden und mein Gepäck richtig mit AMS getaggt. Wenn man kulant sein will, geht das auch. :D

 

Korea, China, Mongolei, Russland, Finland, Schweden, Dänemark.. Amsterdam!

Durch die Flugverbindung war meine Ankunft in Amsterdam schon um 04:55. Kurz durch die Einreise, schon war ich wieder auf europäischem Boden. Auch mein Gepäck stand schon ausgeladen auf dem Band. Um irgendwie lebendig auszusehen und die halbe Stunde bis zur Zugsabfahrt durchzustehen, ging es zuerst mal zu Starbucks. Lustigerweise wurde ich in jedem Holländischen Starbucks nach Angabe meines Namens immer auf Niederländisch bedient, obwohl ichs nicht kann. Liegt wohl daran, dass mein Name ursprünglich aus den Niederlanden stammt.

Blöderweise hatte ich den Flug mit koreanischen Wetterverhältnissen gestartet und war somit ziemlich sommerlich gekleidet. Da es in Amsterdam aber nicht mehr 38°C, sondern mehr so 18°C waren und ich das Hotel erst um 11:00 beziehen konnte, hiess es nun, einen möglichst sonnigen Platz zu finden. Aber die Zeit ging relativ schnell vorbei und schon kam @Superheldentyp / Cedric in Amsterdam an!

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Europride Amsterdam
Amsterdam ist, wie fast überall bekannt, einer der tolerantesten Orte der Welt. Sei es in der Drogenpolitik oder bezüglich der Akzeptanz von Homosexuellen. Somit liegt es nahe, dass die Europride in Amsterdam stattfindet. Man merkt im allgemeinen, wie locker alle Leute drauf sind. Keiner hat Stress, du kannst sein wie du willst und niemand stört sich daran und eigentlich alle sind wirklich freundlich und offen. Da könnten sich die etwas südlicher gelegenen Länder eine Scheibe von abschneiden..

Die Pride ist ein riesiger Event, welcher sich in der Prinsengracht (Einer Strasse mit Fluss in der Mitte, zwischen Häusern) abspielt. Etwa 400’000 Menschen strömen jedes Jahr an diesen Event, bei welchem über 80 Boote durch die Gracht fahren und darauf eine Party schmeissen!

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Auch nebst all den wirklich tollen Events, die sich in Amsterdam so abspielen, ist die Stadt wunderschön. Die Gässchen, all die Grachten und all die schönen Gebäude sind wirklich eine Reise wert! Eine Stadt, in welcher ich auch sehr gut Leben könnte. :)

Zandvoort

Um aber die Niederlande auch noch von der Küstenseite aus zu sehen, nutzten wir den NS-Zug, um nach Zandvoort zu gelangen. Ein kleines aber feines Dorf, direkt an der Westküste Hollands.

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Charakteristisch sind nebst grossen Stranddünen auch die verschiedensten Strandbars, welche sich etwas zurückversetzt aneinanderreihen. Vorteilhaft sind auch die Windschutzwände, denn leider ist es durch den Wind auch im Sommer relativ kalt.

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Aber auch die Tage in Zandvoort gingen vorbei wie im Flug und so endete auch meine einmonatige Reise. Ich muss wirklich sagen, einen Monat lang von allem Abstand zu haben, die Welt zu sehen und einfach mal zu Leben tut extrem gut. Man muss sich um nichts kümmern, man kann einfach nur in den Tag hineinleben und das eigene Leben so richtig geniessen. Kann ich wirklich jedem empfehlen!

Wie es in Schweden und Dänemark weitergeht, kommt dann im nächsten Post, welchen ich hoffentlich schon bald veröffentlichen werde.. Bis dann, Hälsningar från Sverige, Grüsse aus Schweden! :)

– Jan, 23. August 2016

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Südkorea – Teil 1

Jul 29 2016

환영합니다! Willkommen! :D

Ja, nun bin ich ja schon in der Mitte meiner Südkorea-Reise angelangt.. schnell gings vorbei! Aber wie soll das auch anders gehen, in einer solch stark belebten Stadt wie Seoul. Eine Faszination aus den verschiedensten Stadtteilen, blinkenden Schriftzügen, riesigen Gebäudekomplexen und wunderbaren Kulturbauten. Aber alles von Anfang an.

Begonnen hat meine Reise durch den Abflug am Berliner Flughafen Tegel (TXL) am 24. Juli 2016. Der KLM-Flug brachte mich nach Amsterdam Schipol (AMS), wo ich meinen KLM Flug KL855 nach Seoul Incheon betrat. Der Transfer war mit seinen 2h 55min Aufenthalt ziemlich easy, obwohl Schipol ein ziemlich grosser Airport ist. Der 10h-Flug nach Seoul hingegen war eher anstrengend, da ich zwischen zwei Personen sass und demnach ziemlich schlecht schlafen konnte. Aber auch 10 Stunden gehen irgendwann vorbei und die Faszination auf das Kommende macht ja bekanntlich gerne mal wach.

Die Passkontrolle lief ähnlich ab, wie man es sich von den USA gewohnt ist. Pass zeigen, bestätigen wie lange man bleibt, Foto & Fingerabdruck, fertig. Danach das Gepäck abholen, was ja auch eher unspektakulär war. Hallo Seoul, da bin ich.

Natürlich, wie man mich kennt, musste als allererstes eine SIM-Karte organisiert werden. Korea Telecom (kurz KT) mit ihrem unlimiterten Datenangebot für 35’000 Won (etwa 35 CHF) für 10 Tage war die richtige Wahl. Es erstaunt, wie krass deren Abdeckung ist. Es gibt in ganz Südkorea kein 2G/EDGE, grundsätzlich hast du überall, auch in der U-Bahn, perfekte 4G/LTE Abdeckung. Ich hatte in den letzten Tagen noch nie 3G gehabt. :D

Weiter vom Airport weg in die Stadt ging es dann mit dem Bus für 15 CHF, was sich, wie später herausgestellt hat, als die Luxusvariante entpuppt hat. Aber der Bus war halt einfach wirklich genial komfortabel. Man fühlte sich wie in einem Wohnzimmersessel.

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Die ersten Impressionen aus dem Bus heraus.

Angekommen in Myeong-Dong, meinem Wohnstadtteil war dann auch schnell das Guesthouse in einer Seitengasse gefunden und bezogen. Das J-Garden Guesthouse, ein echt schönes und empfehlenswertes Guesthouse! (Nebst der sehr harten Matratze, aber das ist Geschmacksache) Es braucht nur 2 Minuten zur Myeong-Dong Station, einer U-Bahn-Station, mit welcher man sehr viele Dinge erreichen kann.

Läuft man durch die U-Bahn-Station durch, landet man direkt in der Einkaufszone von Myeong-Dong, welche einem echt im ersten Moment etwas umhaut. Überall läuft Musik, überall blinkt es und die Stores scheinen nicht aufzuhören. Zudem gibt es dort eine unglaubliche Flut an Menschen, die von Store zu Store laufen.

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Nach dem ersten Sammeln von Eindrücken traf dann auch meine koreanische Kollegin ein, welche dazu noch eine andere Kollegin mitgebracht hatte. Tolle Leute! :)

Gemeinsam nahmen wir den Bus hoch zum Seoul Tower, welcher grün leuchtend oberhalb der Stadt steht. 15 Minuten Fahrt von Myeong-Dong und da war sie, die wohl umwerfendste Sicht über Seoul. Man sieht über einen grossen Teil der Stadt, hat diverse kleine Restaurants, Attraktionen und natürlich den Sendeturm selbst. Wie alles touristische in Seoul, topmodern gehalten.

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Die Aussicht über Seoul.

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Der Seoul-Tower.

Durch das die Region auf dem Berg sehr touristisch ist, sind auch die Preise ziemlich hoch, um etwas essbares zu bekommen. Deshalb gingen wir wieder runter nach Myeong-Dong, um ein Abendessen zu geniessen. Durch Probleme mit Google Maps bzw. dem GPS-Signal hatten wir eine Weile, bis wir was passendes gefunden hatten. Jedoch war die dann gefundene Adresse echt nice! Ich habe zwar keine Ahnung, wie genau dieses Menu hiess, aber es war genial!

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..der nächste Tag. *magischer Übergang*

Kulturhäuser, Gebäude aus vergangener Zeit.. etwas, was man bei dieser pulsierenden Stadt eher nicht erwartet. Aber ich wurde eines besseren belehrt. Überall in der Stadt gibt es Grünflächen, auf welchen meist riesige Kulturbauten stehen. So auch der Changgyeonggung Palast und der riesige umliegende Park. Ich muss echt sagen, ich habe noch nie einen solch schönen Park gesehen. Überall stehen Gebäude im traditionellen koreanischen Baustil, überall gibt es kleine Flüsschen und Seen und diverse Sitzgelegenheiten, um die Ruhe zu geniessen. Ein absolutes Must-see!

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Ein weiterer wunderschöner Palast, welchen ich am nächsten Tag angeschaut hab, ist der Gyeongbokgung Palace. Er war einst der Königspalast in Korea. Er stammt aus der Joseon-Dynastie und bedeutet namentlich übersetzt „Strahlende Glückseligkeit“!

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Es erstaunt immer wieder, wie ruhig es in diesen Parks ist. Man hört fast nichts, wenn dann nur ein entferntes Rauschen, von der sonst so lauten und stressigen Stadt rundherum. Eine geniale Mischung von alt und topmodern! Was auch echt nice ist, ist der Cheonggyecheon stream. Ein Fluss & eine Erholungszone, welche sich zwischen Wolkenkratzern und Strassen durchzieht.

Er sieht in der Nacht durch verschiedene Lichtinstallationen echt wunderschön aus!

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Nahe dieses Flusses war auch unser Abendessen, welches im traditionellen koreanischen Stil gehalten wurde. Ich muss wirklich sagen, die Küche in Korea ist wirklich sehr gut und empfehlenswert. Zudem ist es umgerechnet auf den Schweizerpreis echt günstig!

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..der nächste Tag. *ein weiterer magischer Übergang*

Wie den meisten bekannt sein sollte, gibt es zwei Koreas. Nordkorea und Südkorea. Nordkorea erscheint immer wieder mit negativen Schlagzeilen in unseren Zeitungen. Der Süden hingegen, da wo ich mich aufhalte, ist eines der wohl am weitesten entwickelten Ländern der Welt. Im Gegensatz zum Norden gibt es hier alles, was man sich auch aus Europa gewohnt ist. Genial entwickelte Technik, Freiheit und Produkte aus aller Welt.

Korea war aber nicht immer getrennt. Die Grenzen, so wie sie heute stehen, wurden nach dem Koreakrieg 1953 festgesetzt. An diese schrecklichen Kriegsjahre erinnert das „Korea war memorial“. Ein Prachtsgebäude mit umliegender Ausstellung verschiedenster Kriegsflugzeuge, Panzer und Schiffe. Zudem werden gefallene Soldaten und die beteiligten Länder gewürdigt.

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Auch besucht an diesem Tag habe ich das „Korean National Museum“. Ein riesiges Gebäude, welches von einem Park umfasst wird. Man spürt förmlich, wieviel Kultur in diesem Land steckt. Zudem gibts im Museum verschiedenste Ausstellungen aus anderen Ländern und deren Kulturen.

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Nebst Kultur gibt es in Seoul aber noch eine weitere grosse Sache. Shopping. Es gibt Shops an allen nur möglichen Orten, wo man wirklich alles aus aller Welt bekommt. Ein sehr internationaler Ort ist beispielsweise die Lotte World Shopping Mall. (Befindet sich direkt neben dem Lotte World Freizeitpark) Dort findet man diverse Markenstores aus Asien, USA und Europa. Zudem befindet sich ein Hardrock Cafe dort. (5. Floor, tipp!)

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Jetzt bin ich noch bis Donnerstag, den 4. August (spätabends hier), bis es weiter nach Amsterdam geht. Bis dann.. man liest sich auf Twitter, Facebook oder wo auch immer!

한국에서 그리팅을 보냅니다, Grüsse aus Südkorea!

– Jan, 29. Juli 2016

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Wirf das Steinchen gegen den Kapitalismus

Mai 01 2016

Whooop Whooop, das „unwichtige Twitterkind, dem man einen Blog gegeben hat“, meldet sich wieder! Dann auch noch mit einem Thema, mit welchem man sich auf Twitter schnell die Finger verbrennen kann. Weil, you know.. 

Wie jedes Jahr am freudigen Datum des ersten Mai’s liest man wieder aus aller Welt, mit welch geballter Faust (get it? ?) gegen den Kapitalismus und die Ungerechtigkeit in der Welt vorgegangen wird! Natürlich wird dies auch kräftig mit Farbkübeln an der Wand untermalt und gegen die Herzkonzerne des Kapitalismus werden Steine geworfen. Schliesslich kann ein Franchiser einer McDonalds-Filliale verdammt viel dafür, was der Mutterkonzern so alles tut, gell? Nevermind..

Vorneweg, ich finde es total okay, wenn man friedlich an eine Demonstration geht um dort seine Message zu verbreiten. Wieso auch nicht, schliesslich haben wir hier ja free speech. Alles im grünen, mag ich.

*Plattenspieler-Scratch* Jedoch kann ich es nicht ausstehen, wenn gewisse Untergruppierungen dieser Demos gewalttätig wird. Wir führen mal folgende Beispiele auf (Vorsicht, Sarkasmus):

  1. Der Autoritätenklopper: Wer wollte das nicht schon immer mal, einem „Bullen“ eins auf den Schlitten kloppen, nur, weil er eine Autoritätsperson ist und demnach eine andere Macht repräsentiert. Wenn man dann auch noch merkt, das die Polizei zurückknüppelt, hat man sogar noch eine Entschuldigung. Zumal, wenn man weis, dass gewisse Teile der Polizei angeblich ein Rechtsproblem aka. AfD-Anhänger beinhaltet (das mag gut sein, no offence), dann kloppt man doch gleich nochmal lieber drauf. Andere wegen der Meinung vermöbeln ist doch dieses „Demokratieverständnis“, oder? </sarcasm> Wer mit Gewalt gegen irgendwen vorgeht, begibt sich doch schlussendlich genau auf das gleiche Scheissniveau, wie die, die Flüchtlingsheime anzünden. Gewalt ist einfach ein absolutes No-Go. Ich sage nicht, dass man sich nicht wehren darf. Aber ich sage ganz klar, dass ein gezieltes Angreifen gegen Polizei & Rettungsdienste völlig bescheuert ist.
  2. Der Steinchenwerfer: Hach, wie verspürt man doch auch eine Befreiung, wenn man gegen eine Bank oder aber auch einer Firma wie Starbucks oder McDonalds Steine wirft. </sarcasm> Ich weis echt nicht, wie man nur schon denken kann, dass sowas was bringen würde. Es tut der Firma keinen Deut weh. Wahrscheinlich merken die das beim Hauptsitz ja nicht mal, Schliesslich darfs ja der Franchiser ausbaden, wenn was an ihrer Immobilie beschädigt wird. Aber auch wenn man bei kleinen Kaffee’s die Scheibe einschmeisst.. warum tut man sowas? Die Leute haben doch gar nichts getan, the hell?

Ich finde man sollte sich wieder mal klar darüber werden, wie Demokratie überhaupt funktioniert. Version CH: Man geht abstimmen und macht sein Recht in einer direkten/halbdirekten Demokratie geltend. Version Nachbarn: Man wählt die Politik, die man im Land haben will. Wenn das Resultat rechter als erwartet ausgefallen ist, kommt folgender Grundsatz zur Geltung: Wenn nicht gemacht wird, was das Volk entschieden hat, dann setzts einfach Ärger. Dieser zeigt sich dadurch, dass radikaler gewählt wird, oder aber in der guten Version, man erzwingt halt einfach mal, dass was durchgesetzt wird. Ohne, dass gleich eine Riesenmenge an Stimmbürgern „einen Denkzettel“ verpassen will.

UND: Hat das Volk entschieden und es passt einem nicht.. Akzeptiert es einfach. In einer Demokratie entscheidet nunmal die Mehrheit. Wenn das Resultat halt scheisse ist, sollte man sich vielleicht mal überlegen, wieso es so herausgekommen ist, anstatt sich darüber zu echauffieren. Das ist doch einfach wirklich lächerlich.

Demnach, summa summarum gesagt.. Danke an die, die sich an einer Demo friedlich verhalten können. Schade, dass es immer wieder zu Randalen kommen muss, welche euch in ein schlechtes Licht stellen.

Sachliche Kommentare dazu? Dieser Blog hat ein kostenloses Kommentarfeld. ?

– Jan, 01. Mai 2016

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„Respekt“? Hab ich auch schon mal irgendwo gehört..

Feb 29 2016

UUUUH, mal wieder ein gesellschaftskritischer Artikel von Jan.. um was es da wohl geht? Wer ist ihm auf die Füsse gestanden?
– Kurz gesagt, so einige.

*legt den Gang ein*
Was bewegt mich dazu, mal wieder einen Blogpost zu schreiben? Nun, kurz gesagt, momentan fällt mir wieder verstärkt eine Entwicklung auf, welche mir Sorgen bereitet. Es ist die des Respekts unter Jugendlichen. In meiner Erinnerung wehte diesbezüglich vor 3-4 Jahren noch ein ganz anderer Wind als heute. Ich persönlich habe in Erinnerung, dass man früher noch auf Versprechen zählen konnte, wenn sie einem gegeben wurden. Vor allem auch von Leuten, die zu einem engeren Freundeskreis gehörten. Auch habe ich noch in Erinnerung, dass man z.B. auf Sozialen Netzwerken normal miteinander Kontakt aufgenommen hat, und wenns nicht passte, auch wieder beendete. Man musste noch keine riesigen Kriterienkataloge durchlaufen, um überhaupt mal ein „hi“ zu bekommen. Dieser Trend scheint, zumindest in meinen Augen, sich immer mehr zuzuspitzen. Der Grundrespekt gegeneinander scheint bei einigen zu sinken. Dies ist natürlich nicht auf alle anwendbar & meine Freunde schätze ich alle absolut nicht so ein, wie ich jetzt hier loslege.

Fangen wir an beim Thema Vertrauen: Ich habe einige Freunde, denen ich blind vertrauen kann, weil ich einfach weis, dass sie mich niemals belügen würden. Sie wissen alles von mir und ich dementsprechend auch meist alles von ihnen. Eigentlich eine wunderschöne Sache. Man hat immer jemanden, mit welchem man über Dinge reden kann, welche man bereden will. Man kann sich Rat einholen oder auch einfach nur Erlebnisse kundtun.

Ich gehe grundsätzlich mit der Einstellung durchs Leben, dass ich guten Freunden & anderen wichtigen Personen grundsätzlich vertraue. Wenn mir jemand etwas verspricht, wird das auch eingehalten. Gelogen wird sowieso nicht. Dass diese Einstellung auch schiefgehen kann, habe ich in den letzten Monaten erfahren. Ich hätte niemals gedacht, dass es jemand schafft, mir über Monate hinweg brandschwarz ins Gesicht zu lügen. Gegipfelt wurde diese Sache auch noch, nachdem ich das gebrochene Vertrauen wiedergeschenkt habe, und es nochmals direkt in den Mülleimer geworfen wurde. So à la „wenn er einmal dumm genug war, wieder zu vertrauen, wird ers sowieso wieder tun“.

Ich hätte niemals gedacht, dass mir sowas passiert. Ich weis, dass ich eine Provokante Art habe und damit wohl auch schon dem ein oder anderen auf die Füsse gestanden bin. Aber noch nie wärs mir in den Sinn gekommen, das Vertrauen von jemandem so zu missachten. In diesem spezifischen Fall schon gar nicht, das wär mir unter Morddrohung nicht in den Sinn gekommen. Aber wer sichs anders überlegt? Tja.

Anyway. Es erscheint mir, dass der allgemeine Verhaltenston in letzter Zeit sehr ins Raue gerutscht ist. Dies erkenne ich im Moment auch stark auf sozialen Netzwerken. Viele Leute, die man neu kennenlernen will haben eine so riesige Grundarroganz drauf, dass man direkt die Motivation verliert, überhaupt noch weiterzuschreiben. Dies geht von nicht antworten bis zu irgendwelchen Lästergeschichten, die ich nicht verstehen kann. Naja. Eventuell fliesst das auch etwas in die Thematik ein, welche ich in einem Artikel vom 24. Dezember 2014 angeschnitten habe. „Werden wir blöd?“ (Anmerkung: ‚M‘, auf dich trifft das im damaligen Artikel nicht zu, ich hatte ein falsches Bild von dir. :b)

*rutscht ins Thema „Werden wir blöd?“*
– Ja, habe ich immer noch das Gefühl. Durch die oben angetönte Geschichte kann man sich etwa denken, warum ich wieder Apps wie *cringe*R & co besitze. Mir kommt es sogar so vor, als wäre es noch schlimmer geworden. Niemand liest sich Profiltexte durch, niemand kümmert sich um ein „Nein“ und schon gar keiner hat Grundkenntnisse in der Orthografie.

Ich frage mich, wie der Umgang z.B. vor 10 Jahren war. War die Situation im 2006 (den Umständen angepasst) auch schon so, wie sie mir mittlerweile vorkommt? Falls jemand die Situation von damals kennt, gerne in die Kommentare damit! DO IT! (ಠ_ಠ)

 

Was ich auch immer extremer finde, ist diese andauernde Sexualisierung von allem. Ich selber bin alles andere als Prüde, aber irgendwann hat doch alles seine Grenzen. Treue scheint einen Scheissdreck zu bedeuten, wenn mans nötig hat, zieht man sich mal wieder wen rein. Das ist doch nicht mehr normal? Auch in Unterhaltungen ist dies immer wieder präsent, dass man in „einen Kaffee trinken gehen“ gleich impliziert, dass man am liebsten gleich das Rodeo auf dem Kaffeetischchen beginnen will. I don’t get it. Nevermind.

Was meint ihr zu dieser Thematik? Empfinde ich das nur so, oder existiert dieser Trend?
Uh, ein Schaltjahrdatum! Oh god ich werd dieses Jahr 20.

– Jan, 29. Februar 2016

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2015. Ein sehr spezielles Jahr.

Dez 05 2015

Watch out, ein klassischer 0815-Twitterer-Deepshit-Artikel mit viel Zeitkritik & Drama. Nah, not really. Hate it.

2015. Ein sehr spezielles Jahr. Schnell gings vorbei. Also naja, es läuft ja noch bisschen weniger als einen Monat. Anyway. Ich glaube es ist nicht untertrieben, es das intensivste Jahr seit 1996 in meiner „Timeline“ zu nennen. (Nein, nicht die Twitter Timeline.) Ich bin so viel gereist, ich hab so enorm viele Leute kennengelernt, es hat sich so viel umgekrempelt und es kostete leider auch so viele Nerven.

Angefangen hatte das Jahr mit einer Neujahresparty, von welcher die Errinnerung erst etwa einen Monat später wiedergekommen ist. Geil wars. Um Neujahr rum beginnen auch die Anfänge der Freundschaft (Brüderschaft?) zwischen mir und Cedric (@superheldentyp). Der erste Besuch in Luzern folgte dann auch im März. Zuvor zog mich das Reisefieber aber noch in eine der pulsierendsten Städte Nordamerikas: New York City.

Trotz der unglaublichen Kältewelle von teilweise -28°C war diese Reise ein voller Erfolg. Diese Stadt ist unglaublich genial. Es gibt so viel zu sehen: Die Freiheitsstatue, das One World Trade Center, die Rockerfeller Center, der Time Square und noch so viel mehr. Ein geniales U-Bahn System und das typische amerikanische Leben. Ich bin ein riesiger Fan davon. Es ist einfach so viel unbeschwerter.

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Ein Blick über New York

Nach genialen Tagen in New York musste der Alltag mal wieder ran. Aber auch dieser ist ja meistens ganz okay. Auch wenn er manchmal langweilig oder trocken ist, ist er auch notwendig. Sonst vergisst man, wie wertvoll & welches Glück man eigentlich hat, so leben zu können. Cedric (@superheldentyp) hat dazu was gutes formuliert, was ich jetzt mal als Gastbeitrag zustimmend veröffentliche:

Wir geben uns mit dem, was wir haben, ab und denken nicht darüber nach, dass wir es haben. Oder wie und warum wir es bekommen haben.

Ob es nun Gegenstände sind oder Menschen: Wir denken, alles wäre selbstverständlich. Mit der Zeit wird es normal – bis plötzlich irgendetwas fehlt, irgendetwas verschwindet. Ein Alltagsgegenstand oder dieses eine Geschenk, über das man sich gefreut und vergessen hatte. Dann geht panisch die Suche los.

In der Liebe zweier Menschen geht es meist ähnlich zu. Ob in einer Beziehung, unter Freunden oder in der Verwandtschaft: Die Menschen, die man liebt, sind allgegenwärtig. Man verabredet sich, lacht, weint und feiert zusammen. Man schlendert zusammen durch die Stadt, sitzt im Park oder zuhause am Küchentisch. Man raucht und trinkt, und es ist selbstverständlich, dass es so ist. Es ist gut, dass es so ist.

Es stimmt. Uns geht es so gut, dass sehr vieles mittlerweile als selbstverständlich angesehen wird. Natürlich ist es schön, dass man sich keine Gedanken machen muss. Aber fehlt dann mal etwas, ist man plötzlich aufgeschmissen und fragt sich, wieso mans nicht geschätzt hat, als mans hatte.

*kreatives Umschweifen zurück zur Timeline*

Deutschland war dieses Jahr auch ein sehr beliebtes Reiseziel von mir. Mit Reisen nach Berlin, verschiedensten Orten in Norddeutschland, Würzburg und München auch oft besucht. Ein grosses Highlight war natürlich Twerlin5. Gut, allgemein macht es mir Riesenfreude, mit Leslie (@lesliepumm) unterwegs zu sein. Er ist halt einfach cool. (Shoutout! :D)

Direkt anschliessend zu der Deutschlandreise stand auch schon die Reise nach San Francisco, Los Angeles und Las Vegas vor der Tür. Wieder das gleiche unglaubliche Freiheitsgefühl verspüren, wieder tolle Städte entdecken, wieder neue Leute kennenlernen.

Zur USA-Reise gibt es einen Extraartikel!
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From California to Las Vegas

Wieder zurück in den Alltag, tägliche Büroarbeiten und die immer mühsamer werdende Berufsschule wollten mich zurück. Die Berufsschule ist sowieso ein Thema für sich. Manchmal ist sie erträglich (wenns keine Prüfungen gibt) aber sobald das ganze geprüfe wieder losgeht meinen irgendwie alle, sie müssten sich mit dem Schwierigkeitsgrad der erstellten Prüfung brüsten. Keine Ahnung, was da bei denen falsch läuft, jedenfalls ist die Prüfungsstellung völlig überrissen.

Aus solchen Gründen gibts ja auch das Reisen. Man kommt weg von jedem Ärger. Also hiess es im Oktober „ab in den Railjet“ und zack war ich auch schon in St. Pölten & Wien.  Da ein Wochenende Wien als Ausgleich natürlich nicht reicht, gabs durch magische Umstände plötzlich eine Flugbuchung von Wien nach Berlin. Zu Leslie. Auch das wieder ein voller Erfolg. Im Anschluss kam dann der zweiwöchige Sprachaufenthalt in Exeter UK.

Auch zu dieser Reise gibt es einen Extraartikel!
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Der Sommer meines Lebens

2015. Ein Jahr mit Höhen & Tiefen, aber dennoch ein sehr gelungenes Jahr. Danke.

Wie war euer Jahr so? Tell me. :)

– Jan, 05. Dezember 2015

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From California to Las Vegas

Nov 07 2015

Wie versprochen, der Artikel über meine Reise „durch“ die USA. (Auch wenns eine Weile gedauert hat, bis der erscheint.. *bad bad Jan* :’D)

25. Juli: Der 12-Stündige Flug von Zürich nach San Francisco stand vor der Tür. (oder dem Gate.) Das ESTA war gültig, der Pass bereit. Tickets sowieso. Der Flug war erstaunlicherweise relativ schnell durch, jedenfalls gefühlsmässig, aber das liegt vielleicht auch an der Vorfreude.

Nach der Landung gings direkt zur BART-Station, welche man sich wie die Berliner U-Bahn vorstellen kann. Schnell, nicht wirklich teuer und bringt einem zuverlässig ans Ziel. Im Stadtzentrum von San Francisco war dann auch unser Hotel. Direkt beim Union Square und somit auch direkt bei einer U-Bahn-Station und den bekannten Cablecars.

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Die Cablecars in San Francisco

Am darauf folgenden Tag konnte die Tour durch die Stadt auch schon losgehen. Mit dem Cablecar zur weltberühmten Lombard Street, welche wirklich immer befahren ist und auch einen guten Ausblick über die Stadt bietet. Die Anwohner werden wohl auch ihre „Freude“ daran haben, jeden Tag einen solchen Trubel um ihr Haus zu haben. Danach weiter zum Coit Tower. Wenn man einen guten Überblick über die Stadt sucht, dann wird man dort fündig. Der Coit Tower steht auf einem Hügel inmitten San Franciscos und hat oben eine Aussichtsplattform. Jedoch ist das Anstehen etwas mühsam. (~30min)

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Lombard Street

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Ausblick vom Coit Tower

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Die Strasse zum Coit Tower

Da San Francisco eine sehr vielseitige Stadt ist, gibts auch sehr viele verschiedene Stadtteile. Mitunter auch das Chinatown. Man kommt sich vor, als wäre man plötzlich, von einer Strasse in die andere, in einer anderen Stadt. Alles ist auch Chinesisch angeschrieben, es hat fast ausschliesslich Asiaten und auch die Shops und Restaurants sind eher aus dem asiatischen Raum. Es ist wirklich interessant, wie sowas im sonst so typisch amerikanischen Land (oh Wunder) entstehen kann. Aber es spricht wohl für die Kulturoffenheit San Franciscos.

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Chinatown

Das grösste Wahrzeichen San Franciscos ist wohl die Golden Gate Bridge. Die 1937 erbaute Brücke ist von vielen Orten der Stadt gut ersichtlich. Jedoch kann es vorkommen, dass die Sichtweite nicht sehr weit reicht. Ist wohl Wetterabhängig. Zur Brücke kommt man mit dem Bus, jedoch ist da die Wegleitung dahin sehr unübersichtlich. Ein sehr sehr guter Helfer dabei ist Google, welche in ihrem Maps-App die öffentlichen Verkehrsmittel sehr gut erfasst haben.

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Golden Gate Bridge

Auch die Docks am San Francisco Pier sind wunderschön. Viele kleine Shops und Cafés haben sich da angesiedelt und bilden insgesamt eine sehr schöne Küstenzone. Die Docks sind fast rund um die Uhr voller Menschen und sind somit einer der belebteren Orte. Wobei San Francisco wie die meisten US-Städte nie schläft.

Nach einer tollen Zeit in San Francisco wartete auch schon der Delta-Flug nach Los Angeles. Der Flug ging nur eine Stunde und es gab WLAN, was die Sache nochmals angenehmer machte. Dort angekommen in ein Taxi und dann auch schon die Ankunft im Hotel. Dort gabs auch das grosse Wiedersehen unserer Freunde, welche von da an mitreisten.

Los Angeles ist komplett anders als San Francisco. LA ist meiner Ansicht nach unpersönlicher und viel hektischer als andere Orte.  LA ist viel mehr für die Touris ausgelegt, dies merkt man auch an der eher unpersönlichen Atmosphäre. Aber alles in allem trotzdem ein toller Ort, welcher einem zum Staunen bringen kann. Die Strassen, welche oft mit Sternen verziert sind, scheinen endlos zu sein. Der Walk of Fame, wie man ihn nennt. Zum Weltbekannten Hollywood-Sign kommt man mit dem Auto auch relativ gut.

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Hollywood

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Walk of Fame

An der Küste in Los Angeles gibts den Muscle Beach. Auch dieser ist relativ bekannt, Germany’s Next Topmodel wurde z.B. im Skatepark dort gedreht. Ein Shop nach dem anderen, Kilometerweise Strände und viele viele Leute, welche mir alle viel sportlicher vorkamen, als meiner selbst. Zwischendurch fuhren Feuerwehrautos durch, welche ihre hochpolierten Autos präsentierten.

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Los Angeles fire departement

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Muscle Beach

Für die reicheren Shoppingtouristen gibt es den Rodeo Drive. Dort sieht man fast ausschliesslich Lamborghinis, Ferraris und sonstige teure und riesige Autos. An den Strassenrändern schlendern die Menschen entlang, von Shop zu Shop. Wohl kein einziger ist für normalsterbliche einigermassen bezahlbar, aber dennoch ists einen Blick wert. Am Rodeo drive ist auch das Hotel „Beverly Wilshire“, welches ziemlich bekannt ist.

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Rodeo Drive & das Beverly Wilshire

Nach sehr tollen Tagen in Los Angeles kam die Interstate-Autobahn Richtung Nevada zum Zug, genauer gesagt nach Las Vegas. Die Fahrt dauerte ca. 4-5h und meistens war nur Wüste um die Strasse herum. Kilometerweise nichts, nur eine schnurgerade Strasse durch die endlos scheinende Wüste. Blöderweise ging die Autotür schon beim ersten Stop noch in LA nicht mehr zu und die Weiterfahrt konnte erst nach einem Gemurkse in der Tür angetreten werden. Die Route zog sich genau durch einen Nationalpark, welcher wirklich sehr schön und sehenswert war.

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Die Strasse durch den Nationalpark

Als es dunkler wurde, erschien Las Vegas am „Ende“ der Strasse. Schon aus der Ferne kann man sie leuchten und leben sehen. Einmal auf dem Las Vegas Strip, kommt man aus dem Staunen nicht mehr raus. Es ist einfach alles riesig und extrem hell & farbig beleuchtet. Überall hats Musik und Leben. Prunkvolle Hotels stehen direkt an den Strassen, meist mit riesigen Wasserspielen oder Glasbauten davor. Unser erstes Hotel war das Aria, welches zu den grössten Hotels der Welt gehört. Die Zimmer sind so aufgebaut, dass die Wand Richtung den Strip quasi nur aus Glas besteht, was einen genialen Blick bietet.

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Der Las Vegas Strip

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Die Sicht aus dem Hotelzimmer

Las Vegas ist nebst den Hotels primär für die Casinos bekannt, welche immer in den Hotels integriert sind. Es führt quasi kein Weg daran vorbei. Auch imposant sind die Shoppingmöglichkeiten. Diverse Hotels haben ihre eigene Kleinstadt in ihren Gebäuden, welche schöne Strässchen mit Shops haben.

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Little Venice

Von Las Vegas aus machten wir einen mehrtägigen Abstecher nach Page, Arizona. Ein kleiner Ort in Arizona, welcher vor allem für den „Horseshoe Bend“ bekannt ist. Dieser ist nur etwa 10min vom Dorfzentrum entfernt. Das Dorf selbst hat nicht wirklich viel zu bieten, aber ist nahe an umliegenden Reservaten und Must-see-Orten. Mitunter auch das Gebiet der Navajo, das Monument Valley. Dort hatten wir eine Private-Tour mit einem Native von da.

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Horseshoe Bend, Arizona

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Monument Valley, Utah

Nach schönen, aber heissen Tagen gings dann wieder nach Las Vegas, wo wir die letzten Tage verbrachten. Die Route geht auch von Arizona aus über kilometerweise Wüstenstrasse. Dort will man nicht stranden, denn es wird sehr heiss. Da die Autos in der USA aber eh immer eine Klimaanlage haben, ist dies kein Problem. Wieder in Las Vegas angekommen hatten wir das Caesars Palace Hotel gebucht, welches das wohl genialste Hotel bisher war. Riesige Bauten, genial gestaltet. Caesar hätte sich wohl gefühlt. Der Pool war eine willkommene Abkühlung und die (leider, 21+) alkoholfreien Drinks auf dem Liegestuhl habe ich auch genossen.

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Strasse von Page nach Las Vegas

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Das Wilkommenschild in Las Vegas

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Das Caesars-Palace Hotel

Alles in allem eine sehr geniale Reise. Ich habe sehr viel erlebt, tolle Leute kennengelernt, zu welchen ich immernoch Kontakt hab sowie auch viele neue Orte gesehen, die ich definitiv wiederbesuchen werde. USA ist einfach speziell. Es ist anders, riesig, belebt, einfach toll.

 

– Jan, 07. November 2015

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Das Leben in Exeter (UK)

Okt 25 2015

4. Oktober, 8 Uhr morgens. Der SBB-Zug fährt nach Zürich, besser gesagt nach Kloten, zum Airport. Wieso eigentlich so früh, wenn der Abflug erst 12:10 ist? Ach, Schule.

Die Sprachreise nach England stand vor der Tür. Begonnen hats mit einem lustigen Mix aus Gefühlen. Einerseits hatte man Bedenken, wie die Gastfamilie sein wird, ob man an einem guten Ort unterkommt, anderseits war man aber auch total gut gelaunt, weils 2 Wochen nach England ging. Dort wohnen, dort leben, Engländer sein.

Normalerweise dauert mein Flughafenaufenthalt 1-2h, ohne Check-in-Gepäck manchmal auch weniger. Da wir aber weder ein PNR noch sonstige Angaben zum WebCheckin bekommen hatten, mussten wir an den Gruppenschalter. Ich kann mir nicht erklären, wie man eine Stunde fürs Checkin braucht, die Tickets fast vergessen kann und mit den Ausweisen aller Schüler rumlaufen kann. Aber eben, Organisation der Lehrer. Nachdem dieses Chaos dann geregelt war gings am Airport relativ flott und schon bald hob der Flieger ab nach London Heathrow. Dort angekommen kurz den Pass in den Selfservice-Einreiseautomat gehalten und ich war drin, wieso auch anstehen?

Die SIM-Karte von EE gabs aus dem Automaten und so war meine Dauerverbindung ins Netz gesichert. Ja, ich bin ein Suchthaufen. Aber schon auf der Busreise nach Exeter, welche ca. 4-5h dauerte wars von Nutzen, es wurde nie langweilig.

In Exeter angekommen wurden wir auch schon von den jeweiligen Gastfamilien abgeholt. Meine Gastmutter war echt genial und wir hatten von Anfang an einen guten Draht zueinander. Ich habs auch schon nach 3 Minuten da geschafft, mich als „nicht-Engländer“ zu outen, indem man davon ausgeht, dass die Autos das Steuerrad auf der gleichen Seite haben wie wir. (England hat den Linksverkehr.)

Zum Haus gings dann relativ schnell, typische englische Häuser, so richtig gemütlich. Mein Zimmer war relativ klein, aber extrem gemütlich. Einer TV, Internet, ein bequemes (!) Bett und abends gabs wirklich gutes Essen. (Was man ja in England nicht immer erwarten kann *man munkelt*) Die Busstation war direkt vor dem Haus und somit war der Schulweg oder abends ins Pub auch kein Problem. Aufstehen musste man erst um 8, welcher Unmensch würde in England auch auf die Idee kommen früher mit der Schule anzufangen? Niemand. Also perfekt für mich, da ich überhaupt kein Frühaufsteher bin.

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Mein Zimmer bei der Gastfamilie

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Meine Sicht jeden Morgen beim aufstehen

Die Schule war gut, die Lehrer nett und motivierend. Auch wenns vom Schwierigkeitsgrad nicht wirklich anstrengend war. Die Gastfamilie beurteilte mein Englisch als „excellent“, jedoch sei’s das US-Englisch vom Akzent her. Dies bestätigte dann später auch das Diplom. Nice to hear, right?

Die Abende haben wir eigentlich alle in Pubs verbracht, was jeden Tag tolle Momente geschaffen hat. Ein (zwei, drei..) gutes Bier oder einen Gin-Tonic und der Abend konnte beginnen. Die einen spielten Karten, die andern unterhielten einander. Die Preise waren für das sonst relativ teure England total okay, aber ich glaube aus Schweizer Sicht wird das etwa überall der Fall sein..

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Eine heisse Schokolade nach der Schule

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Die „Kuppel“ des Imperials Pub

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Meine Schule, Globe English Centre

Die zwei Wochen vergingen wie im Flug. Es war echt genial und ist sehr empfehlenswert. Exeter ist eine wunderschöne Stadt mit vielen Pubs und anderen Aktivitäten, welche man nutzen kann. Es gibt auch viel zu shoppen, wenn man will. Exeter ist keine Touristenstadt, ergo findet man fast keine Souvenirs, wenn mans mit London vergleicht. Das Wetter hats fast immer gut gemeint, somit gabs nur etwa an zwei Abenden Regen.

Der Rückflug war dann schon fast unspektakulär, da wir das Checkin und somit WebCheckin selber machen konnten. Wenige Klicks, Handyticket, Gepäckabgabe, durch die Kontrolle und Abflug. Easy.

– Jan, 25. Oktober 2015

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