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b0xCH Blog Posts

Der Wahlkampfzirkus

Der Wachhund ‚Willy‘ zeigt Misstände in der Politik auf, die Partei hält ein Ständchen und legt mit einem freshen Turnup-Electrotrack (oh god..) nochmals einen drauf.. Welcome to SVP, meine Freunde!

Willy

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Das Konzept ist einfach. Ein süsser Berner Sennenhund schaut übers „Schweizer Vaterland“ und beobachtet mit einem scharfen Auge die Politik. Oh, was sehen wir denn da? Einen Misstand!
Das ganze funktioniert schon seit dem Kindesalter. Wem hören die Kinder lieber zu? Einem langweiligen Politiker oder einem süssen Hundi, welcher sogar doch das Land bewacht? Der Fall ist klar. Dass dies aber in einer Partei verwendet wird, welche theoretisch 18+ ansprechen sollte, ist doch erstaunlich.
Funktionieren tuts auf magische Weise trotzdem, anscheinend so gut, dass der Hund sogar als Plüsch-Wauwau in den Musikvideos mitmachen kann. Man frage sich warum..

Die Musikvideos
Als erster Hit wird „wo e Willy isch, isch ou e Wäg!“ aufgelegt. Übersetzt heisst das soviel wie „wo ein Willy ist, ist auch ein Weg“. Willy ist mit zwei Bedeutungen belegt: einerseits ist Willy der Name des oben gennanten Wachhundes, andererseits ist es ein Wortspiel auf „Wille“. Interessant, dass dieser eigentlich vielversprechende Slogan nur dort zur Anwendung kommt, wo’s der Partei gerade passt.
Das Musikvideo ist im ländlichen traditionellen Musikstil gehalten. Hinterlegt wird die Musik mit einem Hundewelpen und Landmaschinen, welche durch die Landschaft cruisen. Zielgruppe: die eher ländlichen Mitmenschen, ergo ein Grossteil der SVP’schen Wählerschaft. Das ganze hat nur einen Haken: nicht alle Jungen, auch auf dem Land, sowie alle aus eher städtischen Regionen sind eher auf dem ’neuen‘ Electrotrip. Ein neuer Song musste her.

Das mit den 0815-Electrobeats unterlegte Stück mit dem Titel „Welcome to SVP“ kam zum Vorschein. Die hohen Köpfe der Partei stehen dabei im Anzug & RayBan Wayfarer nebeneinander und tanzen/trällern den Song mit. Zwischendurch gibts Videosequenzen mit Anspielungen auf momentan aktuelle Parteiprobleme wie zB. das gescheiterte Kampfflugzeugprojekt „Gripen“ oder aber der Sex-Skandal mit der Tante in grün, welche angeblich unter KO.-Tropfen Sex mit einem SVP’ler (oder zwei, man munkelt) hatte.

Eigentlich eine lustige Idee, muss man schon zugeben. ABER: Es geht hier um den Wahlkampf. Es geht um die Politik eines Landes in einer fast direkten Demokratie. Sich durch unterschwellige Botschaften und Arschgekrieche durch Musikvideos und süsse Hündchen Wählerstimmen zu ergattern, ist weit weg von Gut und Böse. Es wird nicht mehr mit Argumenten politisiert, nein, es ist eine reine Unterhaltungsshow. Ein DSDS-Casting sozusagen. Wer will schon sehen, wie Syrer erschossen werden? Ein Wauwau welcher über eine Wiese hüpft ist doch viel süsser! *cough*

Auch Parolen wie „frei bleiben“ feuern das ganze sehr gut an. Ich bin kein Fan eines EU-Beitritts. Ich bin aber auch kein Fan davon, uns davon zu entfernen. Wir brauchen die EU & die Verträge, die wir mit ihr haben. Diese einfach so aufzugeben, wär fatal. Denn solche Abkommen bekommen wir nie wieder, wir würden uns quasi zu einem Beitritt zwingen. Aber hey, wer zu faul ist genau zu lesen, was abgeht macht doch gern bei einer Parole mit, „frei bleiben“ klingt doch super!

Ich sage nicht, dass die SVP alles falsch macht. Im gegenteil, ich sehe einige Punkte als gerechtfertigt. Aber den Wahlkampf in einen Zirkus zu verwandeln, finde ich dämlich und lenkt von der eigentlichen Problematik ab.

 

Dieser Artikel wurde vom Handy aus geschrieben und wird später noch korrigiert. Grüsse aus dem United Kingdom!

– Jan, 10. Oktober 2015

Der Sommer meines Lebens

Vorwort: Dieser Artikel wird in mehrere unterteilt, da sich sehr viel ereignet hat. Es wird noch einen Artikel zu meiner USA-Reise und zum kommenden Sprachaufenthalt in Exeter (UK) geben. Stay tuned!

Freitag, 15:30. Die Arbeit wird niedergelegt und der Interregio der SBB steht auch schon in Rotkreuz bereit. Erstes Ziel ist Zürich, wo nochmals der Koffer mit irgendwelchen Fressalien gefüllt wird. Man will ja schliesslich nicht im Railjet verhungern.

Der genannte Railjet der ÖBB wird mit dem Zielort St. Pölten bestiegen. Eigentlich erstaunlich, dass ich nicht schon früher in diese Gegend gefahren bin. Sonst wird ja die Welt auch fleissig erobert durch meine Reiselust. Vom Railjet selbst bin ich ziemlich erstaunt. Sehr modern, kostenloses WLAN und die Leute sind auch alle total locker.

Railjet am Zürich HB

Die 7h Fahrt gingen relativ schnell vorbei, wird wohl an der riesigen Vorfreude & Netflix gelegen haben. Zweiteres hat auf dem Netz auch super funktioniert, wenn man die Stunde durchs EDGE-Land aka. Bayern nicht zählt. In St. Pölten angekommen stand da auch schon Christoph (@verspet), der sich trotz meiner relativ späten Ankunftszeit an den Bahnhof bewegt hat, um mich abzuholen. Auch durfte ich einen Teil der Familie kennenlernen, schöne Momente. Auch wenn ich mich mit dem Dialekt in Niederösterreich manchmal ein wenig schwer getan hab. Schweizerdeutsch kann ja schliesslich auch nicht jeder. :P

Am Samstag war dann Wien auf dem Plan, wo schon Julian (@sounlustig) auf uns gewartet hat. Auch Raphael (@raphaelniedy) & Laurel (@LaurelKoeniger) kamen dazu. Durch unsere exzellente Touristenführung durch Julian und auch den anderen hab ich sehr schöne und tolle Orte wie zB. das Schloss Schönbrunn, das Parlamentsgebäude oder auch alle Parks und Strassen gesehen. Wien ist echt empfehlenswert. Auch die Unterhaltungen waren toll, aber wie könnte das bei mir als Labertasche anders sein.

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Schloss Schönbrunn

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Parlamentsgebäude

Beim Schloss Schönbrunn ist auch mein Lieblingsbild der ganzen Reise entstanden. Hierbei nochmal ein riesiges Dankeschön an Julian! Warum mir dieses Bild so gefällt? Einerseits, weils einfach ein geniales Bild ist und andererseits weil ich endlich ein Bild zusammen mit einem Menschen hab, den ich zu meinen allerbesten Freunden zähle. Sowas ist unbezahlbar und einzigartig. Da ist jegliche Distanz egal. Falls du’s hier liest, danke für alles. <3 #jalix
(Dazu auch „BARFUSS AUF WOLKEN“ in Christoph’s Blog.)

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Sonntag gings dann auch schon weiter vom Flughafen Wien-Schwechat nach Berlin-Tegel, wo mich Leslie (@lesliepumm) in Empfang genommen hat. Erstmal zu Mecces, man will ja schliesslich nicht verhungern. Wie ichs mir von der Kombination Jan, Leslie und andere Menschen immer in Errinnerung hab, entstehen da immer die besten Gespräche, welche mich ab und zu so fest zum Lachen bringen, dass das halbe Restaurant unterhalten wird.

Vom Pummeluffministerium aus gings am nächsten Tag dann auf Entdeckungstour durch Berlin. Berlin hatte für mich schon immer etwas Magisches. Du kannst sein, wer du bist und niemand stört sich dran. So viele verschiedene Kulturen, so viel Kreativität, so vielseitig. Es ist toll. (Auch durch Projekte wie die LARecords. Anschauen!)

Durch das U-Bahn Netz ist man schnell von A nach B gereist, jedoch ist es auch zu Fuss ganz gut vernetzt. (Habe ca. 20km gemacht.) Der Berliner Fernsehturm, das Brandenburger Tor, das Holocaustdenkmal, das Reichstagsgebäude, die verschiedenen Botschaften und auch die East Side Gallery sind wundervolle Orte.

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Der Berliner Dom

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Die East-Side-Gallery

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Das Holocaustdenkmal

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Das Brandenburger Tor

Auch der Ausflug auf den Teufelsberg bleibt in toller Errinnerung. Die Aussicht von da oben ist unglaublich. Man sieht über ganz Berlin, kann die Stadtteile unterteilen und der Fernsehturm ragt hoch über die Häuser hinaus. Auch in die entgegengesetzte Blickrichtung bleibts spannend. Dort steht die ehemalige Spionageanlage der NSA. Hätte ich gerne besucht, doch leider haben dies die Öffnungszeiten nicht zugelassen. Gegen Abend zu kam dann noch die Faszination der „Lost Places“, also verlassene Orte, zur Sprache. Gesagt getan, das verlassene Schwimmbad in Pankow wurde besucht. Ein echt bedrückend gruseliger Ort, wenn man vergessen hat, dass im Frühherbst die Sonne auch schon früher untergeht und man im Dunkeln dort rein muss.

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Am letzten Abend wurde dann noch mit Leslie, Martin (@mc_heinecke)Patrick (@patricklnz) in Kreuzberg was getrunken, später hat sich der Anlass dann zur Homeparty im Pummeluffministerium verwandelt. Lustig wars!

Auch das Wiedersehen mit meiner früheren Schulklasse INF4ABM war toll. :) (Nein, ich spiele kein Uno.)

Alles in allem ein wunderbar toller Aufenthalt in Berlin. Zurück gab es für mich zwei Optionen. Die eine wäre, mit der DB ca. 8h im ICE zu sitzen. Kostenpunkt: 85€. 8h.. unbequem, langsam und teuer. Option 2: Berlin sowie die Schweiz besitzen Flughäfen. Der Flughafen Schönefeld aka. DDR-Airport besitzt eine direkte Flugroute für 60€ nach Basel. Perfekt also. Nur eine Stunde Flugzeit und dann noch billiger. Mein 63. Flug war somit gebucht.


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Mein Flugbuch (anklicken, um es genau zu sehen.)

In Basel angekommen war dann meine Reise wieder vorbei. Wunderschöne Errinnerungen. Wundervolle Menschen. Keine Sekunde schlecht gelaunt. (Gut, der Abschied in Wien war schrecklich, aber ich komme ja wieder. :3 )


K.I.Z. – Hurra die Welt geht unter (Track dieser Zeit, liebe es. <3)

Danke an euch alle! Ihr habt mir wunderschöne Lebenszeit geschenkt!

– Jan, 01. Oktober 2015

 

Europa, der geliebte Sündenbock

Wer hats noch nicht gehört? Alle die Flüchtlingsdramen, welche sich wöchentlich im Mittelmeer abspielen. Es ist eine wirklich schreckliche Situation, zu wissen, dass es Menschen gibt, welche ihre Heimat aufgrund von Gewalt gegen ihre oder andere Personen verlassen müssen. Für die Betroffenen ist dies natürlich nochmal extrem schlimmer.

Die grosse Frage: Wer ist schuld?
Von allen Seiten höre/lese ich immer wieder, dass „Europa“ doch endlich etwas machen muss, um diese Dramen zu verhindern. Sehr beliebt ist aktuell der Satz „Grenzen töten“. Hier beginnt meine Vorstellungskraft auch schon zu husten. Was genau an der Grenze tötet denn? Stehen in Italien Grenzbeamte, welche auf die Flüchtlinge schiessen? Ich denke nicht.

Das grosse Risiko bei diesen Mittelmeerüberfahrten ist doch die Fahrt an sich, dort liegt das grosse Problem. Die Schiffe sind oft nicht für solch weite Reisen ausgelegt bzw. werden von unqualifizierten Personen „gefahren“. Oft sind solche Boote auch völlig über ihre Kapazitäten belegt, was nochmals zu einem grossen Risiko führt. Genau da liegt doch das Problem! Es ist nicht die Grenze, welche für den Tod von unschuldigen Menschen verantwortlich ist, sondern die risikoreiche Überfahrt. Natürlich, die Menschen dort sind oft so verzweifelt, dass sie dieses Risiko auf sich nehmen, was irgendwie auch in gewissem Masse verständlich ist. Es wird dort bestimmt auch nicht immer die Wahrheit über die Überfahrt erzählt. Aber dann trotzdem zu sagen, dass Grenzen töten, kann ich einfach nicht verstehen.

Soll die EU bzw. Europa eine Fähre oder ein Kreuzfahrtschiff in Betrieb nehmen oder wie soll ich mir das vorstellen? Auch wenn die Grenze inexistent wäre, ist das Risiko der Überfahrt präsent. Alles andere ist doch schlicht und ergreifend einfach absolut nicht durchdacht. Klar, man könnte die Rettung nochmal überdenken und ausbauen, um das Sterben zu beenden. Aber eine längerfristige Lösung ist das definitiv auch nicht.

Meiner persönlichen Ansicht nach sollte viel mehr darin investiert werden, die Probleme vor Ort zu lösen anstatt darüber zu meckern, wie böse Europa doch ist. Ich denke auch, dass sehr viele Betroffene lieber in der Heimat bleiben würden, wenns dort keine solchen Probleme gäbe. Die ganze Existenz, das Umfeld und alles drumrum aufgeben stelle ich mir nicht so leicht vor. Somit kann man sehr, sehr, sehr viele Probleme vorbeugen, welche überhaupt bei und nach der Überfahrt entstehen können.

In eigener Sache
Ich darf mir sehr oft anhören, ich seie durch solche Aussagen und meine Ansicht ausländerfeindlich. (Wobei mein Herkunftsland sowieso immer pauschal als Sündenbock angesehen wird.) Dies stimmt überhaupt nicht. Ich bin der Ansicht, dass jeder Mensch auf dieser und jeglicher anderer Welt die gleiche Chance haben soll, an einem Ort neu anzufangen. Trotzdem braucht es Grenzen. Man kann nicht unendlich Leute in ein Land packen. Dies hat nicht gross etwas mit dem Platz zu tun, sondern schonmal grundsätzlich an gewissen Anforderungen. In der Schweiz oder auch Deutschland haben Berufe oftmals sehr hohe Anforderungen, welche erfüllt werden müssen. Wir haben hier das Riesenglück, eine solch gute Bildung geniessen zu können. Stellen wir uns jetzt aber vor, dass ein 40-Jähriger aus einem Land mit einem weniger guten Schulsystem hierher kommt. Wie gross ist die Chance, dieses Defizit jemals aufzuholen? Nicht wirklich motivierend. Wenn das jemand wirklich hinbekommt und macht, finde ich das genial und bin dafür, dass eine solche Person sofort integriert wird. Aber es ist halt nunmal nicht so einfach. Es sind noch viele kleinere Faktoren, welche schlussendlich zu meiner Entscheidung führen, dass alles im Masse bleiben soll.

Ich finde einfach, dass man, bevor man beim grossen Mob mitmacht, mal überlegen soll, wo das Problem überhaupt liegt. Aber in der grossen Masse mitmachen ist natürlich um ein vielfaches einfacher. Den Zeigefinger wedeln, wenn schon ein Sündenbock gefunden wurde ist nunmal eine sehr einfach gemachte Heuchelei.

Auch hier immer gerne euer Feedback, aber bitte mit Anstand. Dem Umfeld zuliebe.

– Jan, 21. Juni 2015

Niederlage für die Menschheit?

Wer hats nicht gehört? Nun hat auch Irland das „Ja“ zur Ehe für alle gegeben. Somit ein weiterer Staat, welcher sich zur Eheöffnung entschieden hat. Warum klappts bei uns „Zentraleuropäern“ nicht?

Die Debatte ist zwar schon lange auf dem Tisch, aber anfassen will das heisse Eisen ja mal wieder niemand. Zu gross ist die Angst, sich damit Wählerstimmen zu verspielen. Man kanns ihnen fast nicht mehr verübeln, schliesslich ist das ja eine durchaus erprobte Vorgehensweise in der Politik. Schön grosse Worte schwingen, aber mal etwas durchzusetzen ist dann nicht mehr so hoch auf der Prioritätenliste.

Es schockiert schon fast, dass über sowas überhaupt debattiert werden muss. Grundsätzlich sollte die Akzeptanz jedes Menschen selbstverständlich sein.

Gründe gegen die Eheöffnung gibt es grundsätzlich keine, jedenfalls nicht, wenn man einigermassen denkt wie ein Mensch, welcher sich im Jahre 2015 befindet. Ob da jetzt gewisse Politiker ein „ungutes Gefühl im Magen“ haben ist an dieser Stelle eigentlich egal, schliesslich haben sie bei all den anderen Eheproblematiken wie zB. der hohen Scheidungsrate auch kein Bauchweh.

Wie? Die Ehe ist etwas, was im christlichen Gedanken ein Bündnis zwischen Mann und Frau sein soll? Seit wann sind denn alle so Religionsgebunden? Wie war das nochmal mit dem Sex vor der Ehe, Scheidung, Alkoholkonsum und anderem? Ach, das ist ja der heutige Lifestyle. Aber eine glückliche Familie zu akzeptieren, welche niemandem was antut geht natürlich nicht.

Nur weil zwei Männer oder zwei Frauen das Bündnis der Ehe eingehen wollen heisst das nicht, dass deswegen die Ehe unter Heterosexuellen weniger Wert hätte.  Es heisst nicht, dass Heterosexuelle jetzt auch mit dem gleichen Geschlecht heiraten müssen. Nein. Es ist lediglich die Akzeptanz und der Respekt gegenüber allen Menschen.

Die momentane Heiratssituation ist etwa so, wie wenn an der Tür des nahegelegenen Detailhändlers Schilder hätte, wo draufsteht, dass nur braunhaarige Menschen da rein dürfen. Oder ganz zugespitzt gesagt, wenn man das ganze an der Hautfarbe festmachen würde. Man sucht sich weder seine Hautfarbe, Haarfarbe noch seine Sexualität aus.

Das Hinterletzte finde ich aber, wie sich der Vatikan kürzlich zur Eheöffnung in Irland geäussert hat. Der Kardinal-Staatssekretär Parolin bezeichnete die Eheöffnung als „Niederlage für die Menschheit“. Was genau ist daran denn eine Niederlage? Gibt es dadurch weniger Kinder? Gibt es dadurch etwa mehr Schwule und die Menschheit stirbt aus? Absoluter Schwachsinn. Es ist erschreckend, wie hässlich Religion für solche Dinge missbraucht wird. Das schlimme daran ist, dass mit solchen Aussagen wieder neue Homophobie in die Welt gesetzt wird. Der Kirche/dem Vatikan wird oft viel Glaube geschenkt und es wird danach gelebt. Lässt nun der werte Herr Parolin einen solchen Stumpfsinn raus, verbreitet sich das Ganze wie ein Virus um die ganze Welt.

Ich finde, wir sind alle an einem Punkt angelangt, wo wir aufhören sollten, Menschen aufgrund ihrer Sexualität, Hautfarbe, Religion oder sonstigem zu diskriminieren. Es soll einfach jeder, egal ob Hetero, Lesbisch, Schwul oder sonstwas die gleichen Rechte gestellt bekommen. Isst dein Nachbar gern die Pizza mit Ananas drauf? Dann soll er das tun. Hat dein Arbeitskollege einen Freund? Warum nicht? Es schädigt keinen und es existiert kein Grund, es zu verurteilen. Es schadet niemandem, sich gegenseitig zu respektieren. Love is love.

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CSD Hannover, Mai 2015.

Auch hier höre ich wie immer gerne eure Meinung dazu! :)

– Jan, 31. Mai 2015

The daily dose of stress

Der Kalender mit all seinen Terminen. Fluch und Segen zugleich. Aber ist er es, der den Stress auslöst?
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Welcher Stress überhaupt?
Gute Frage.. (hab ich grad meine eigene Frage gelobt?) Im Grunde genommen sollte ich in der aktuellen Situation gar nicht gestresst sein. Das einzige, was wirklich im Schuh drückt ist die anstehende Chemieprüfung, welche bestanden werden muss. Alles andere bzw. alle anderen Termine sind eher froher Natur. Aber trotzdem.. jeden Abend, wenn man Zeit dazu findet, sich Gedanken über solche Themen zu machen beginnt es wieder. Das innere Gefühl, irgendetwas im Nacken zu haben. Eine Last, eine Druckstelle.

Ich bin von Natur aus eher der Mensch, welcher sich durch fast nichts aus der Ruhe bringen lässt. (Okay, bei politischen Fragen geht das halt schnell. :P) Auch wenn viele Termine anstehen, mit einer guten Organisation passt das alles zusammen und ich bin zufrieden. Deshalb bin ich auch so erstaunt, weshalb es in letzter Zeit so umgeschlagen hat. Das erste mal richtig gespürt habe ich diesen Effekt nach der Party „Sonic 24“ in Basel, welche absolut genial war. Wacht man aber am nächsten Morgen auf und alles ist vorbei, ist die wiedergekommene Ruhe fast schon ein ungeliebtes übel. Während solchen Events, Reisen mit Freunden oder sonstigen tollen Dingen hat man etwas los, es hat viele Leute und man denkt gar nicht erst daran, was da noch alles so ansteht.

Auch dieses Wochenende trat dieser Effekt wieder auf. Freitags sowie Samstags gab es immer etwas, was einem unterhalten hat. Feiern, Freunde und die Arbeit an einem Projekt. Aber sobald nichts mehr los war, gings wieder los.

Glücklicherweise gibt es immer wieder Leute, welche die Laune anheben können. (Im aktuellen Weekend – merci beaucoup, monsieur @HerrLevin_) Meine tolle Twitter-TL, mein Reallife und auch viele andere aus meinem Umfeld. Auch freu ich mich auf die bevorstehenden Reisen zu @Superheldentyp / Lord Fauntleroy und auch wieder zum obengenannten Levin. Reisen sind für mich einfach der absolut beste Ausgleich, wiedermal zu entspannen.

Woher aber dieses plötzliche Stressgefühl herkommt, kann ich mir auch nicht erklären. Was ist der Auslöser? Was genau stresst überhaupt? Ich kann es mir nicht erklären, aber trotzdem ist er da.

Kennt ihr das? Feedback ist immer gern gesehen. c:

 

– Jan, 11. Mai 2015

Die bösen Medien und der Lösungsansatz der Tante Emma

4U9525, eine Flugnummer, welche wohl noch lange in Erinnerung bleiben wird. Es handelt sich um einen Germanwings-Flug, welcher von Barcelona (ES) nach Düsseldorf (DE) geplant war. In Seyne-les-Alpes (FR) stürzt das Flugzeug ab und zerschellt an einer Felswand. Ein definitiv schreckliches Ereignis, keine Frage. Durch einen der beiden Flugdatenschreiber (Blackbox), vom Sprachaufzeichner des Cockpits wurde danach offiziell festgestellt, dass der Co-Pilot das Flugzeug absichtlich in die Wand geflogen hat. Später wurde auch bekannt, dass der Co-Pilot anscheinend krankgeschrieben war. (Zerrissener Attest wurde in seinem Haus gefunden)

Über was ich eigentlich schreiben will ist, was danach in den sozialen Medien abgegangen ist. Wie es wohl jedem bekannt sein wird, wurden durch die Medien diverse Spekulationen geführt. Auch wurden, nach bekanntwerden des Namens und Adresse des Co-Piloten, private Details des Co-Piloten gezeigt. (das Wohnhaus wurde gefilmt, Bilder von ihm wurden gezeigt…)

Natürlich ist es nicht die feine englische Art, Angehörige und private Dinge zu filmen. Aber hey, habt ihr was anderes erwartet, wenn sonst noch kein bestätigtes Material vorhanden ist und man die Sensationsgeilheit der Leute stillen will? Aber ja, manchmal schwingt man ja gerne die „Anstands-und-Ehre-Keule“, na? Man muss ja schliesslich den Selbstperfektionismus zeigen..

Auch wurden Stimmen laut, dass man den Co-Piloten doch jetzt nicht für seinen Selbstmord verurteilen soll. Meine Damen und Herren, das ist kein Selbstmord. Das ist vorsätzliche Tötung von ~150 unschuldigen Menschen. Man ermordet niemanden. Ich sehe es als Verrat und Vertrauensbruch an allen Passagieren, welche dem Piloten vertraut haben. Vertraut, dass man gut & gesund in Düsseldorf ankommt. Vertraut, seine Angehörigen bald wieder zu sehen.

Auch kann ich nicht verstehen, dass man jetzt Fliegen als grosses Risiko ansieht. Fliegen ist immer noch das sicherste Fortbewegungsmittel. Nur weil jetzt ein Pilot durchdreht muss das nicht heissen, dass man jetzt kein Flugzeug mehr besteigen kann.

Viel schlimmer finde ich aber, was dann am 27.03.2015 in der Zeitschrift EMMA erschienen ist.

 „Amoktrips sind Männersache.“
– 27.03.2015, Emma [1]

Ich weis ganz ehrlich gesagt nicht, ob ich diese Aussage überhaupt kommentieren soll oder nicht. Selbstsprechend ist sie auf jeden Fall.

„Die Opfer sind überwiegend Frauen, die Täter sind männlich.“
– 27.03.2015, Emma [1]

Wie soll man das jetzt verstehen? Ist es etwa schlimmer, wenn eine Frau umkommt als wenn ein Mann stirbt? Wie war das noch einmal mit der „Gleichstellung“? Mit solchen Aussagen, meist aus Feminismuskreisen, habe ich grundsätzlich ein Problem. Klar, nicht alle sind so. Wenn man sich den Artikel mal reinzieht merkt man relativ schnell, dass der Mann an sich grundsätzlich böse und frauenfeindlich ist. Alle in einen Topf schmeissen, ja, das ist doch einfach.

Laut Emma sind lediglich 6% der Piloten weiblich. (Was, wenn das Interesse am Pilotenberuf bei Frauen geringer ist, als bei Männern?) Dies müsse dringendst durch eine Einführung einer Frauenquote behoben werden. Nein, dies muss durch die Förderung des Berufs auf beiden Geschlechtern gelöst werden. Frauenquote.. wenn ich das nur schon höre bekomme ich spontan das Bedürfnis, mir an die Stirn zu hauen. Nochmal zur Verdeutlichung: Ich bin definitiv für eine Gleichberechtigung von Mann/Frau/Wasauchimmer. Jedoch soll derjenige den Job/die Wohnung/whatever bekommen, welcher am besten geeignet dafür ist. Genau das gleiche ist es mit Ausländern. Den Firmen jetzt aber die freie Wahl zu verbieten finde ich absoluter Stumpfsinn. Genau den gleichen Schwachsinn finde ich ‚genderkorrekte Schreibweisen‘. Somit wird die angebliche Genderunkorrektheit nur noch mehr problemifiziert.

Jeder soll gleiche Chancen haben, jeder soll die gleichen Rechte haben. Aber gesetzlich Mindestprozente festschreiben ist einfach nur blöd. (Oder ist Bevorzugung doch nicht so schlecht, hm?)

 

Link zum erwähnten Artikel:
[1] EMMA – Frauenquote fürs Cockpit

Wie immer höre ich gerne eure Meinung!

– Jan, 28. März 2015

Guten Morgen neuer Tag!

Ui, mal wieder was neues!

Zentraleuropa, Schweiz, Buchrain. Kleines aber feines Dörfchen zwischen der Ron und  der Reuss, 6’500 Einwohner. 10 Minuten entfernt von Luzern, 45 Minuten von Zürich. Eine schöne Aussicht, ein tolles Zuhause. Klingt doch eigentlich gut?

Jeden Morgen, 06:30, klingelt der Wecker. Jeden Wochentag ab an die S-Bahn-Station, der gleiche Weg, die gleichen Orte. Der Taktfahrplan tut seinen Dienst, so dass alles beim alten bleibt. Abends das gleiche Spiel. Ab zum Bahnhof, nach Hause. Laptop auf, Twitter begrüsst einen. Dazu gemütliche Musik, je nach Lust und Laune. Um 24:00 / 01:00 ab ins Bett. *woosh replay*

Es scheint, als hätte sich jeder seinen Tagesablauf aufgezeichnet und wenn morgens der Wecker klingelt, muss man nur noch die Play-Taste klicken. Einen „Vorspulen-Knopf“ gibt es nicht und so ziehen sich Chemiestunden mit einschläfernden Stimmen aus der Wandtafelregion über Stunden hinweg.

Erreicht man Freitag, ja dann, dann kommt der Farbkessel ins Rampenlicht! Das GA wird gepackt, der Zug wird bestiegen. Jetzt muss man raus aus der ach-so-bekannten Welt. Städte, neue Regionen.. Orte, an denen etwas geschieht. Abwechslung, Bewegung und viele unbekannte Gesichter. Man trifft Freunde, welche man schon eine Weile nicht mehr gesehen hat, tauscht Neues aus. Dazu einen gemütlichen Iced Coffee Frappuchino.

Ja, man hört es raus, ich habe mal wieder eine Reisewelle. Letztes Weekend war ich insgesamt 700km auf Schienen. Genf, Lausanne, Luzern, Zürich und Bern. Begleitet hat mich dabei @superheldentyp, welcher mir das bisher schönste Wochenende 2015 beschert hat.

jan-cedric

 

Im Sommer gehts dann für eine Woche nach Deutschland, eine Rundreise steht an. Zu Beginn ist schon das Twerlin5 fixiert! Nach dieser Woche geht der Flug an die Westküste der Vereinigten Staaten von Amerika. Beklagen kann ich mich also eigentlich nicht. Aber das liegt ja auch noch in weiter Ferne..

Wieso rostet der Alltag mit der Zeit nur so ein? Ist das der „Highway to the Midlifecrisis“?
Ich freue mich auf eure Antworten!

Cedric, vielen vielen Dank nochmals! :)

Farbenfrohe Grüsse in euren Alltag!

– Jan, 24. März 2015

Werden wir blöd?

Zeitungen, Social Media, Fernsehen oder auch das alltägliche Leben. Wer hat sich die Frage noch nie gestellt?
Morgens um 07:00, man steigt in den Zug richtung Arbeit/Schule. Erstmal die News lesen. Entweder durch die Vielzahl an Zeitungen, welche jeden Morgen in der S-Bahn aufliegen oder einfach schnell auf das App-Icon tippen. Sofort springt einem eine Flut an „interessanten“ News entgegen. Doch sind diese auch wirklich interessant/relevant?

Beispiel 20 Minuten:
roger

Ich will ja weder dem netten Tennisspieler im weissen Anzug, noch dem UBS Banker oder Ueli Maurer, welche im Artikel vorkommen, zu nahe treten.. Aber wen interessiert das? Untendran natürlich noch schön einen Rechner, bei welchem man auch gleich rechnen kann, wie wenig man doch selbst verdient.

Ich fände so ein Artikel ja noch in einer Nebensparte oder als Gag lustig, aber doch nicht auf der Frontpage als Topstory? Da gibt es jetzt wirklich interessantere oder wichtigere Thematiken, über welche man berichten kann.

Wenn’s dann aber mal wichtige Themen sind, dann werden die so dramatisiert, dass man sie einfach nicht mehr ernst nehmen kann. Fällt irgendwo ein Sack Reis um, wird es in der Zeitung schon als Weltuntergang und Skandal angepriesen. Auch die ganze Seuchen & Krankheitsache mit Ebola oder der Schweinegrippe. Es wurde alles so extrem hochgeschaukelt. Klar, es sind beides gefährliche Krankheiten, aber man muss immernoch sachlich bleiben und nicht aus einer Mücke einen Elefanten züchten. Aber eben, das Normalvolk ist nunmal sensationsgeil, somit funktioniert die Medienlandschaft nur, wenn man dafür an Niveau abgibt.

Okay, 20 Minuten ist eine Gratiszeitung und vielleicht nicht für den ‚ich will nur intelligentes lesen!‘-Leser gemacht. Aber aus irgenwelchen Gründen zieht sich das auch in andere Medien wie das Fernsehen. Sind wir so sensationsgeil und haben eine Veranlagung zum Voyeurismus, dass Sendungen wie sie auf RTL laufen Erfolg haben? Ich gebs ja zu, „Ich bin ein Star, holt mich hier raus!“ wird auch von mir geschaut. Aber wie ist es dazu gekommen?

Andere Bereiche
Es sind ja nicht nur die Medien, in welchen eine Negativveränderung auffällt. Beziehen wir uns doch mal auf die diversen Messaging & Dating-Apps, welche es doch heutzutage zu Hauf gibt. Es scheint, als hätten viele verlernt, dass es sowas wie Satzzeichen oder überhaupt Sätze gibt.

$User: „hi“
..mkaay, gibt man halt mal Antwort. „Heyo! :)“
$User: „gg“

Abkürzungen.. die HÖLLE der Kommunikation. Keine Satzzeichen, keine Kommunikation, kein gar nix. Doch die liebsten sind mir immernoch die, welche einfach nicht fähig sind, ein Profil durchzulesen. Wenn da steht, dass ich nur Leute in einem bestimmten Altersbereich kennenlernen will, dann ist das so. Es bringt dann auch nichts, wenn der ‚hornyBanana69‘ (Name erfunden) meint, er seie was spezielles und müsse deshalb nicht drauf achten. (Wobei ich Sexanfragen sowieso übelst verachte..)

Ganz lieb habe ich auch die, welche meinen, sie müssten vulgär & beleidigend werden, sobald man sie ablehnt. Beispiel:

$User: „Hey, lust auf ein date? auch gegen $$$“
GOD FUCKIN DAMN’IT READ MY PROFILE
Me: „Nein, nicht wirklich. Schönen Abend noch!“
$User: „Fick dich idot wixxa penner“
Ja, die Typos sind mit Absicht.

Ein Nein ist nunmal ein nein, wer das nicht akzeptieren kann ist einfach nur blöd in der Birne. Auch wenn man hinter einem Bildschirm sitzt, auf der anderen Seite ist immernoch ein Mensch, mit welchem man im echten Leben auch mit Anstand gegenüber stehen würde. Es scheint, als hätten das viele nicht so ganz geschnallt.

Social Media
Uh, Jan wagt sich wiedermal aus dem Fenster. Ihr kennt mich..
Da scrollt man gemütlich durch Facebook (Ja, ich weis..) und stösst auf folgenden Beitrag:

reichundsexy

Ich mein.. WHAT THE FUCK? *baaaaaaaaaaah* da bekomm ich Würgreiz. Ja, die Person sieht gut aus, aber sorry. Sowas schreibt man einfach nicht, jeeez.

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Auch dieser Beitrag trieft nur so von exquisiten und sehr bedacht gewählten Aussagen. (Natürlich mit Emoji’s verschönert, muss ja aussagekräftig sein gell?)

Ich hoffe jetzt mal, dass die zwei Personen diesen Artikel mal nicht finden, obwohl ich’s immer in 2 social Networks poste, in welchen sie auch vertreten sind. Denke mal, dass sie zuviel ‚Glamour‘ haben, dies zu lesen.. und wenn doch, die Namen sind zensiert und ich darf meine Meinung öffentlich äussern. Falls euch das stört, es ist bekannt wo man mich kontaktieren kann.

Anyway, ich finde es irgendwie schade, dass sich so viele Menschen nur noch mit digitalem Abfall beschäftigen. Es gibt so viele interessante und tolle Dinge, welche man sich anschauen oder tun kann. Diese enden nicht einmal in totaler Arroganz oder einem Einhorn, welches einem den Glamour über die Birne kotzt!

– Jan, 24. Dezember 2014

Reisefieber und der Tunnelblick

Wer kennt es nicht? Die schreckliche Krankheit, welche wiederum eine so wunderschöne Heilung (vorübergehend jedenfalls) hat. Das Reisefieber.

Reisefieber, definition?
Das Reisefieber definiert sich darin, indem man grundsätzlich an einem tollen Ort ist, aber trotzdem eigentlich viel lieber sonstwo wäre. Irgendwo weit weg, neuen Boden entdecken, neue Kulturen & Menschenleben kennenlernen. Reisefieber ist nicht die Jagd nach Sommer und Sonne. Es ist die Jagd nach neuem. Das stillen der Neugier. Der Drang, neues kennenzulernen.

Die Welt ist mit einer Landfläche von 149’430’000 km2 ein toller Platz für neues. (Wie lange uns nur die Erde „gehört“ ist aktuell zwar fraglich, haben wir doch schon den Mond und jetzt auch noch einen Meteoriten bezwungen) Mit 194 anerkannten Staaten (Korrigiert mich, wenn ich falsch liege) und unzählig vielen Regionen und Kulturstämmen innerhalb dieser Staaten ist die Erde ein wunderschöner Mix aus vielen verschiedenen Denkweisen, Lebensarten, Wissen und Naturbilder/Landschaften. Eine Sammlung an Individuen. Niemand ist gleich wie der andere. Eine wunderbare Vielfältigkeit.

Leider bringt diese Individualität immer wieder unnötige Diskussionen/Auseinandersetzungen/Konflikte daher, welche total unnötig wären. Gäbe es die vollständige gegenseitige Akzeptanz, ginge es uns auf dem Planeten viel besser. Das zeigt sich nicht in Wohlstand. Das zeigt sich im Wissens- und Erfahrungsreichtum welchen wir uns durchs Leben aufbauen. Menschen, welche nur in ihrem Umkreis sitzen und absolut kein Interesse zeigen, etwas neues kennenzulernen, kann ich nicht verstehen. Aber diese Erkenntnis wird jeder Mensch, sei er noch so Weltverschlossen, irgendwann machen. Sei es, wenn jemand einem über die Strasse hilft, sei es dann, wenn man ein Produkt konsumiert, welches aus einem fremden Land stammt. Was auch immer, die globalisierte Welt ist überall.

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San Juan, Puerto Rico, Carib Sea.

7’350km von Buchrain (CH) entfernt. Sieht doch eigentlich nichtmal so anders aus? Aber das Denken, die Kultur. Ein Weltsprung. Die Menschen da, die Leben. Puerto Rico ist Amerikanisch und somit ziemlich an den „Westlichen Lebensstil“ angepasst. Aber trotzdem existiert da noch der Karibische Baustil. Das karibische Traumleben.

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Bikini Beach, St. Thomas, Carib Sea.

St. Thomas ist auch eine karibische Insel mit traumhaftem Wetter. Ein Ort, welchen ich sehr gerne mal besuchen will.

Auch ein riesiger Punkt auf meiner Liste ist Kuba. Diese Reise muss bald passieren. Kuba ist ein Staat, welcher seeeehr lange mit eher schlechten Bedingungen überleben musste. Die Kultur und Bauweise da ist daher aber noch so erhalten, wie man es früher gemacht hat. Da sich Kuba aber immer mehr öffnet, gehen diese Kulturgüter immer mehr verloren, was ich schade finde. Klar, für die Menschen da ist eine Öffnung nur von Vorteil.

Was mich auch sehr reizt ist Afrika. Nicht die Schiki-Miki Orte in Afrika, sondern wirklich Afrika. Die Völker, die Art und Weise zu überleben. Ich will das miterleben. Nicht, dass ich jetzt einen auf Pseudo-Weltverbesserer machen will wie es so viele in den Sozialen Medien tun. Nein, ich will im Leben auch mal Leben. Das prägt sich aus, in dem man wirkliche Erfahrungen sammelt. Erst, wenn man das Leben von verschieden Seiten betrachtet sieht man, was man eigentlich alles hat. Wobei man sich selbst verbessern kann. Man will es vielleicht nicht wahrhaben, aber man kann auch von sehr sehr armen Staaten lernen.

Solche Erlebnisse würden ach so vielen Menschen gut tun. Alle die, die meinen ihr Leben sei nicht lebenswert, nur weil sie gerade keinen Freund finden. Weil sie nicht ans $Band-Konzert können, weil ihnen das Geld nicht ausreicht. Ich glaube jeder kann sich mit ganz kleinem Denkaufwand vorstellen, wie es andere Menschen haben. (Nein, nicht die Reichen meine ich.)

Ja, das Reisefieber. Es muss gestillt werden.
Hoffentlich bald!

– Jan, 17. November 2014

Ist unsere Generation verloren?

Och nein, ein „mimimi, ich bin der Retter der Gesellschaft“-Post. Waaaait a minute, stop right there.
Und nein, ich schmeiss nicht eine ganze Generation in den gleichen Topf, ich sprech hier den Bereich an, welcher „negativ“ auffällt. (Und leider am wachsen ist..) 

Verlorene Generation?
Wer kennt es nicht. Die 0815-Posts à la „Bevor du über mich urteilst, nimm meine Schuhe und geh meinen Weg“ oder auch „Du kennst meinen Namen , aber nicht meine Geschichte“. Okay, um schonmal aus dem Schneider zu springen, Menschen mit echten Problemen sollte man ernst nehmen und auf die bezieht sich der Beitrag auch nicht. Es geht um die Menschen, welche in den sogenannten Luxusproblemen stochern.

Nehmen wir uns ein Beispiel an Selina, 14. (Charakter erfunden)

Selina ist seit 2 Wochen mit ihrem Freund zusammen. Auf Facebook sowie Instagram werden natürlich fleissig Partnerbilder gepostet und die Pinnwand wird gegenseitig mit Liebesbotschaften à la „Du bist mein bby forevaaaa! love you over all forever OVER NINE THOUSAND!“ (Okay, man erkennt die Übertreibung hoffentlich.) Nunja, Liebe ist was tolles aber sollte auch nur dann als solches betitelt werden, wenns auch so ist. Ganz beliebt bei mir sind die, welche alle 4 Wochen die „grosse Liebe“ posten. Nur leider jedesmal ’ne andere Person. Ich hab nix dagegen, wenn wer wechselnde „Partner“ hat, aber bitte belästigt nicht die Allgemeinheit mit der Pseudo-Lovestory.

Nun, nach zwei Wochen Beziehung dann der Schock! Selina postet auf Facebook: „Mein Leben ist am Ende, ich wurde von so vielen Menschen verarscht und nun verlässt er mich auch noch.“ Hmm. Unschön zu hören. Beim ersten und zweiten mal. Problematisch wirds für mich, wenn sich das ganze durchs Jahr verteilt hochrechnet. Klar.. es kann jemand wirklich Probleme bei der Beziehungsfindung haben, aber um die gehts ja jetzt nicht.

Die schlimmere Sorte
Noch einige Spuren schlimmer finde ich die Leute, welche den berühmten Satz „Alles ist Scheisse“ in den Mund nehmen. Ich weis nicht warum, aber das scheint ein Codewort für eine sehr-tief verankerte Funktion meinerseits zu sein. Die Funktion des „auf die Palme bringen“. Wenn wer diesen Satz bringt kocht es innerlich bei mir hoch. Meist leben diese Personen in der Schweiz, Österreich, Deutschland, $Land_mit_guten_Bedingungen. Sie haben eine Familie, ein Dach über dem Kopf, gutes Essen, eine gute Bildungsmöglichkeit, ein $teures_Smartphone und posten regelmässig Selfies von einem Starbucks-Kaffee, welcher natürlich mit der Goldcard bezogen wurde. ALLES IST SCHEISSE? Die haben einfach absolut kein Weltbild und versuchen verzweifelt Aufmerksamkeit in ihrer verblendeten Welt zu finden. So etwas ist einfach nur respektlos gegenüber all den Menschen, die ein schlimmes Schicksal getroffen hat. All den Menschen, die unter sehr schlechten Bedingungen Leben müssen, Menschen ohne fliessend Wasser, Menschen, die ihr Zuhause verloren haben.

Die „ich bin hässlich“-Masche
Wer kennt es nicht. Das Selfie mit der „Ich finde mich hässlich“/“Warum kann ich nicht schön sein?“ Überschrift. Meist sehen die relativ gut aus. Aber warum denn so’n Titel? Es gibt’n gutes Bild dazu, welches die Situation gut umschreibt:

ugly

Wunderbar, nicht? Komplimente fischen ist heutzutage so einfach. Man muss sich nur ins negative stellen und schwupps flattern die Kommentare reihenweise rein.

Es gibt ja auch schon massenweise Jugendliche, welche in wirkliche Depressionen fallen, nur weil die andere Person auf Instagram das schönere Selfie gepostet hat. Sureale Schönheitsziele, der unendliche Konkurrenzkampf zwischen Jugendlichen. Jeder muss besser sein als der andere. Wenns nicht klappt kippen sie weg und werden „depressiv“. Sowas ist einfach absolut verweichlicht und stellt für unsere Zukunft eine eher holprige Strasse des Lebens in Aussicht.

Aber um nochmal auf’s „Alles ist Scheisse“ zurück zu kommen.. In meinen Augen ist das Leben für die Jugend von heute viel zu einfach. Ich zitiere mich nochmal kurz schnell selbst: „Nein, ich schmeiss nicht eine ganze Generation in den gleichen Topf, ich sprech hier den Bereich an, welcher „negativ“ auffällt. Klar, es einfach zu haben ist gut, aber es gibt auch das berühmte „zuviel des Guten“. Die Leute, welche den Blick zur Realität verloren haben. Die „Alles ist Scheisse“-Menschen. Bekommen alles im Leben von den Eltern/$Verantwortliche_Person in den Arsch geschoben, müssen nichts selber machen, sammeln nie eine Erfahrung, die sie selbst für sich durchstehen und durchkämpfen müssen. Es gibt hier auf dem Planeten Erde Menschen, welche tagtäglich dafür kämpfen müssen, dass sie was zum Essen haben. Es gibt Kinder, welche Arbeiten müssen weil sie sonst nicht überleben und in unseren Breitengraden wird herumgeheult, wenn sie mal vom Lehrer einen Zusammenschiss kassieren. Heulen rum, wenn sie sich nicht das neueste $teures_Smartphone leisten können. Und dafür werden die Eltern/$Verantwortliche_Person verantwortlich gemacht. Auf die Idee, vielleicht mal für ihr Geld auch etwas zu leisten, kommen sie nicht. In meinen Augen gibt es einen langsam grösser werdenden Haufen von absolut nicht resistenten Menschen, welche nie in ihrem Leben eine schlechte/schwierige Situation selber und alleine durchstehen können. Ist es auf der Arbeit mal zu streng? Ja dann schmeissen wir doch mal die Stelle. Bekomme ich das neue Handy nicht sofort? Machen wir Stress bei den Eltern bis sie zahlen! Hat mir ein Lehrer mal die Meinung gesagt? Ja dann holen wir gleich mal Papa, der geht dann zum Rektor und regelt das für mich. Selber hinstehen und sich der Herausforderung stellen? Nein, das kennen sie nicht. Nicht mehr. Alle die Richkids, welche meinen nur weil sie von den Eltern ’ne Rolex und ein fettes Auto bekommen seien sie was besseres. Ich würd solche Menschen gerne mal vor eine Herausforderung stellen, wo sie sich alles selber erarbeiten & durchstehen müssen. Sie wären schlagartig nur noch ein kleines Häufchen Elend. Alle die Pseudo-Problem-Menschen sollte man mal an Orte bringen, die wirklich von Problemen belastet sind. Mal sehen, ob sie dann erkennen, wie sich das Leben wirklich abspielt.

– Jan, 20. Oktober 2014